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20 Tipps für bessere Handy-Fotos

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Och guck mal da, wie süß – KLICK – der Pulli sieht super aus – KLICK – wow, was für ein Sonnenuntergang – KLICK – stell dich mal da hin – KLICK – hmmm, das Essen sieht lecker aus – KLICK – boah, die Deko ist ja toll – KLICK …

Wo wir gehen und stehen, begegnen uns spannende Motive, und nichts ist einfacher, als das Smartphone zu zücken und draufzuhalten. Außerdem: Wer hat schon Lust, ständig eine schwere Kompaktkamera mit sich rumzuschleppen …
Doch leider leider ist man von der Qualität der Handy-Fotos nicht selten enttäuscht. Vor allem in lichtschwierigen Situationen wie harten Kontrasten, bei Gegenlicht oder Dunkelheit kommen die meisten Smartphones an ihre Grenzen. Und das gewünschte Motiv richtig ins Bild zu setzen, ist auch nicht immer leicht.

Hier nun 20 Tipps zu den Themen Licht und Belichtung, Schärfe, Bildkomposition, Perspektive und Qualität, die dir helfen, bessere Fotos mit dem Handy zu machen.

 

tipp1Halte die Linse sauber! Das Handy hat ja keinen Objektiv-Deckel, der es vor Staub und fettigen Pfoten schützt und ist deswegen oft ein bisschen schmutzig und die Bilder dadurch „nebelig“. Für die klare Sicht am besten mit einem Mikrofaser-Putztuch drüber wischen (T-Shirt tut’s aber auch). Vorsicht bei Sand: nicht wischen, sondern wegpusten, sonst gibt’s Krabber!

tipp2Gutes Licht ist das A und O beim Fotografieren. Nur leider ist es selten da, wenn man es braucht! Am besten fotografierst du bei Tageslicht. Achte mal drauf, wie sich das Licht in einem Raum im Laufe des Tages ändert. Wenn es besonders hell, weich und gleichmäßig ist, schlägt die Stunde des Fotografen!
Wenn du zum Beispiel ein kleines Deko-Arrangement in deiner Wohnung fotografieren willst, suchst du dir dafür am besten einen Platz in der Nahe eines Fensters (also nicht in einer dunklen Ecke und auch nicht auf der Fensterbank). Im Idealfall fällt das Licht seitlich, nicht frontal (und auf keinen Fall von hinten) auf das Motiv. Ansonsten kannst du dir mit diesem Kniff helfen: Nimm einen großen weißen Bogen Kartonpapier und drehe ihn so, dass er das Licht sanft reflektiert und zu harte Schlagschatten abmildert. Weiches Licht ist schöner!

tipp3Arbeite mit der Richtung des Lichts! Eine Gegenlichtaufnahme zu machen, die künstlerischen Wert hat, ist sehr schwierig. Besser: Die Lichtquelle (Lampe, Kerze, Fenster, Sonne) sollte möglichst hinter dem Fotografen sein und das Motiv gut ausleuchten. Pass dabei aber auf, dass du nicht selbst dem Licht im Weg stehst oder einen Schatten wirfst!

tipp4Nutze die Belichtungsfunktion. Ich weiß nicht, ob das für alle Smartphones gilt, beim Iphone jedenfalls geht es so: Tippe auf dem Bildschirm auf das Objekt, das am wichtigsten für das Foto ist. Automatisch berechnet die Kamera-App für diese Stelle die Belichtung. Neben dem Fokus-Quadrat siehst du eine gelbe Sonne. Wenn du sie mit dem Finger hoch und runter schiebst, ändert sich die Belichtung und du kannst sie so einstellen, wie’s dir passt. Einfach, oder?

tipp5Nach Möglichkeit nicht blitzen! Meistens ist der Vordergrund des Fotos dann viel zu hell, der Rest zu dunkel (wir kennen alle diese Partyfotos mit glänzenden, weißgeblitzten Gesichtern und einem dunklen Hintergrund). Die Reichweite des Handyblitzes ist eher gering. Da fährst du mit der Belichtungskontrolle wesentlich besser! Je dunkler es ist, desto schwieriger wird’s, ein wirklich scharfes Bild zu machen.

tipp6Weil wir meistens das Handy locker vor den Körper halten, oft nur mit einer Hand, wird es beim Auslösen bewegt, wenn auch nur minimal. Aber das reicht schon für eine gewisse Unschärfe. Am schärfsten werden deine Fotos, wenn du mit einem Stativ arbeitest. Hat man meistens aber nicht dabei.
Also schau dich um, ob etwas in der Nähe als Stativersatz herhalten kann: ein Tisch, ein Pfahl, eine Hauswand, eine Mauer, eine Kommode – irgend etwas halt, worauf oder woran du das Handy abstützen kannst. Wenn du frei stehst, nimm das Handy in BEIDE Hände und lege die Arme an den Körper. Auf Nummer Sicher gehst du, wenn du den Auslöser nicht beim Ein-, sondern beim langsamen Ausatmen drückst. Und warte den kleinen Moment zwischen dem Drücken des Auslösers und der Aufnahme ab. Die Fotos werden so auf jeden Fall schärfer!

tipp7Eine weitere Möglichkeit – und auch hier spreche ich nur wieder vom Iphone, aber vielleicht ist es ja bei anderen Fabrikaten genau so – ist es, den Kopfhörer als Fernauslöser zu benutzen. So geht’s: Kopfhörer einstöpseln, Kamera an, das Handy in Stellung bringen, auf die Plus-Taste an der Lautstärkewippe drücken – zack, Foto! Ein toller Trick wenn man zum Beispiel nah am Boden oder über Kopf Aufnahmen machen will. Oder für Selfie-Gruppenaufnahmen, nie wieder ein dicker Arm vorne im Bild …

tipp8Smartphones haben meist ziemlich lange Verschlusszeiten (das merkt man an der leichten Verzögerung zwischen Drücken des Auslösers und der eigentlichen Aufnahme). Damit ist es echt schwierig, Bewegungen zu fotografieren. Am besten bewegst du das Handy mit dem Motiv mit und drückst dann ab. Das braucht einiges an Übung, aber dann hat man im besten Fall den Effekt, dass das Motiv scharf und der Hintergrund unscharf ist, was sehr dynamisch wirkt.

tipp9Eine hilfreiche Faustregel zur Bildkomposition ist: Teile das Foto in gedachte Drittel auf (also zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien). Positioniere das Interessanteste auf diesen Linien bzw. auf den Schnittstellen. Achte darauf, dass zum Beispiel der Horizont das Bild nicht halbiert, sondern deutlich über oder unter der Bildmitte liegt. Wenn das Hauptmotiv in der Mitte liegt, wird das Foto schnell langweilig. An den meisten Handys kann man in den Einstellungen ein Raster über das Bild legen.

tipp10Thema Hinter- bzw. Untergrund: Das schönste Stilleben kommt nicht zur Geltung, wenn dahinter ein Stück der Waschmaschine zu sehen ist oder jemand durchs Bild läuft. Wenn du häufiger z.B. Accessoires, Blumen, Mahlzeiten oder Lebensmittel fotografierst, lohnt es sich, eine kleine Sammlung von Stoffen, Tapeten, Geschenkpapierbögen etc. anzulegen, um sie unter oder hinter das Motiv zu drappieren. Für viele Motive bietet sich übrigens die beliebte „Flat Lay“-Perspektive an, also der Blick von oben auf ein Stillleben. Probier’s mal aus!

tipp11Wenn du eine bestimmte Ecke in deiner Wohnung oder ein Stillleben fotografieren willst, überleg dir vorher genau, was aufs Bild soll und vor allem: was nicht. Und dann wird geräumt: alte Socken, Plastikflaschen, Ladekabel, Nasenspray und volle Aschenbecher raus aus dem Bild. Muss ja nicht jeder sehen. Es soll aber auch keine sterile Atmosphäre entstehen, also gerne eine hübsche Teekanne, ein Stapel Zeitschriften und frische Blumen drapieren. Besser ist allerdings was Individuelles, was zu dir passt und nicht in jeder Wohnzeitschrift zu finden ist. Probier einfach aus, was dir gefällt!

tipp12Bring Tiefe ins Bild und setze etwas Prägnantes in den Vordergrund. Und: Details sind oft spannender als eine Totalansicht. Bei Interior-Fotos ist es schön, wenn du sowohl Fotos des ganzen Raumes machst als auch Ausschnitte davon und schließlich Detail-Aufnahmen.

tipp13Fotografieren heißt Laufen! Will sagen: Trau dich ruhig näher ran an dein Motiv. Der Zoom des Handys ist kein optischer, sondern ein digitaler, d.h. er holt zwar scheinbar die Dinge näher heran, bringt aber immer einen deutlichen Qualitätsverlust mit sich, vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen. Also lass das lieber. Wenn möglich, also einfach näher ran gehen. Mit den Beinen zoomen!

tipp14Alles eine Sache der Perspektive: Experimentiere mit verschiedenen Blickwinkeln. Geh ein Stück weg vom Motiv und wieder ran, geh mal in die Hocke, leg dich auf den Boden, steig auf einen Stuhl und knipse von oben, halte das Handy schief – häufig macht ein ungewöhnlicher Winkel das Foto interessanter. Und überhaupt: Mache Fotos im Hoch- und Querformat, die unterschiedliche Wirkung ist oft verblüffend! Wenn du Kinder fotografierst, geh in die Knie und passe dich ihrer Größe an. Wenn ein Raum winzig ist, versuch gar nicht erst, ihn mit einem Wahnsinnsweitwinkel doch irgendwie aufs Bild zu bannen: Ein gut gewählter Ausschnitt ist genau so schön 🙂

tipp15Bei Interior-Fotografie ist es oft schwierig, dass die Linien im Raum gerade bleiben, also dass zum Beispiel die Wände sich nicht in Richtung Bildmitte neigen. Bemüh dich, das Handy in der Körpermitte und vor allem gerade zu halten, also es nicht nach oben oder unten zu kippen. Guck, dass so markante Linien wie Teppichränder oder Türkanten parallel zum Bildrand verlaufen, Symmetrie macht das Foto harmonischer!

tipp16Am besten arbeitest du immer mit voller Auflösung (höchste Bildqualität). So hast du keinen Qualitätsverlust und alle Pixel bleiben erhalten. Mach möglichst ein paar unterschiedliche Aufnahmen vom selben Motiv hintereinander, such dir dann das beste aus und lösche die anderen. Bei voller Pixelzahl bleiben dir alle Möglichkeiten der Nachbearbeitung offen.

tipp17Wenn dein Handy eine HDR-Funktion (High Dynamic Range) hat, ist das vor allem bei kontrastreichen und dunklen Motiven sehr hilfreich. Denn häufig sind darauf die hellen Stellen zu hell, die dunklen zu dunkel. Im HDR-Modus werden automatisch mehrere Fotos mit verschiedenen Belichtungen gemacht und übereinander gelegt. Das Ergebnis ist ein insgesamt gleichmäßigeres und harmonischeres Foto.

tipp18Kurz und knapp: Fotografiere unbedingt mit der Kamera-App (nicht mit Instagram, da ist die Auflösung zu schlecht)!

 

tipp19Ich nutze beim Nachbearbeiten gerne Photoshop bzw. LightRoom. Bin keine Expertin, beherrsche aber die Basics. Und glaub mir, wenn ich das kann, kannst du das auch. Das ist wirklich hilfreich für die Belichtungskorrektur, den Weißabgleich und das Begradigen von Linien.
Es gibt unzählige Apps zum Nachbearbeiten, von denen einige echt gut sein sollen. Welche wirklich was taugen, weiß ich nicht. Wenn du Tipps hast, poste sie gerne in den Kommentaren!

tipp20Der allerwichtigste Tipp kommt zum guten Schluss: Manchmal werden Fotos gerade dadurch besonders gut, dass man alle goldenen Regeln und gut gemeinten Ratschläge über den Haufen wirft. In diesem Sinne: gutes Gelingen! Feel free!

Ich hoffe, die Tipps inspirieren dich, mutig mit dem Handy zu experimentieren und bessere Fotos zu machen! Wenn du ergänzende Ideen, Erfahrungen und Geheimtipps hast, poste sie gerne in den Kommentaren, dann haben alle was davon. Danke!

8 Kommentare

  1. Claudia Klostermann sagt

    Liebe Bettina,
    Danke für die Tipps. Bei mir ist noch deutlich Luft nach oben. Ich weiß meist schon genau, wie ich es gerne hätte. Leider hapert es häufig bei der Umsetzung. Aber dank deiner Zusammenfassung besteht ja jetzt Hoffnung.
    LG Claudia

  2. Pingback: LIVING.RUHR » Die Weihnachtsdeko-Challenge 2016

  3. Marlene sagt

    Stimmt, geblitzte Bilder werden meistens nix, die Erfahrung hab ich auch schon gemacht. Ich hab das mit der Belichtungskorrektur direkt ausprobiert, das ist ja super! LG Marlene

    • Bettina sagt

      Ja, ich finde auch, dass zum Beispiel Partyfotos so viel atmosphärischer rüberkommen. Oder auch Fotos mit brennenden Kerzen drauf, zum Beispiel beim Adventskranz für die Weihnachtsdeko-Challenge 😉
      Herzliche Grüße, Bettina

    • Bettina sagt

      Danke, liebe Jana, freut mich, das du was mit den Tipps anfangen kannst! Herzliche Grüße, Bettina

  4. Silke Mohrmann sagt

    Super Tipps, danke! Vor allem der Trick mit dem Kopfhörer, den kannte ich noch nicht.
    LG Silke

    • Bettina sagt

      Ich auch nicht! Ich hab erst jetzt bei den Recherchen für den Artikel davon erfahren …
      Liebe Grüße, Bettina

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