Gute Esser
Kommentare 7

Auberginen-Curry mit Paprika und Zwiebeln

Auberginencurry Ottolenghi

Pssst, ich verrate dir ein Geheimnis aus meiner Vergangenheit: Vor LIVING.RUHR hatte ich einen anderen Blog! Er hieß GUTE ESSER, und dort habe ich in dann und wann Rezepte gepostet. Jaja, ich weiß, kein Mensch braucht noch einen Koch-Blog, schon gar nicht von einer Hobby-Köchin, aber: 1. koche ich gern, 2. knipse ich gern, 3. esse ich gern und 4. schreibe ich gern. Da blieb mir doch eigentlich nichts anderes übrig!

Den Blog damals habe ich komplett selbst gebastelt (sieht man ihm auch an), und eigentlich war der Plan, dass es ein Blog meines Freundeskreises wird und jeder, der was Gutes gekocht hat, das Rezept einstellt. Mein Freundeskreis isst sehr gerne gut und lecker (gute Esser halt), knipst und schreibt aber weniger gern, und so hat leider keiner außer mir durchgehalten. Folge: Der Blog ist langsam und sanft entschlafen, wenn ihr Lust habt, könnt ihr hier mal reinschauen. Die Rezepte lohnen sich auf jeden Fall, und ich überlege, das ein oder andere auch mal hier auf LIVING.RUHR zu veröffentlichen.

LIVING.RUHR macht mir jedenfalls fast noch mehr Spaß und ich freu mich sehr, dass der Blog ganz prächtig wächst und gedeiht. Aber kennt ihr das Gefühl, wenn man meint, man hätte mit was abgeschlossen, aber tief drinnen ruft etwas leise, aber hartnäckig „Kuckuck, hier bin ich noch“? So geht’s mir mit den Guten Essern. Und irgendwie hängt das doch alles zusammen, also schönes Wohnen, Design, Kreativität, Kochen … schließlich ist LIVING.RUHR ja ein Lifestyle-Blog, da passt Kochen doch ganz gut dazu, oder? ODER? Sag bitte ja! Ich habe nämlich in den Weihnachtsferien beschlossen, den alten Blog teilweise wieder auferstehen zu lassen und den LIVING.RUHR-Lesern hier klammheimlich und ohne viel Brimbamborium die Rubrik „Gute Esser“ unterzujubeln.
Hinzu kommt, dass es einer meiner Vorsätze fürs neue Jahr ist, regelmäßiger aus den ganzen schönen Kochbüchern, die wir besitzen, zu kochen (und sie nicht nur einmal begeistert durchzublättern und dann im Regal verstauben zu lassen). Wär doch schade, wenn das da draußen niemand mitkriegt …

So, genug gefaselt, los geht’s. Den Anfang macht ein Gericht nach einem Rezept des hochverehrten Yotam Ottolenghi. Der Gute wird ja seit ein paar Jahren dermaßen gehypt, dass es einem fast schon zu viel wird, aber ich finde: vollkommen zu recht. Ich kenne keinen Koch(buchautoren), der derartig raffinierte Lebensmittel- und Gewürzkompositionen auf den Tisch bringt. Allein dafür hat er schon einen Platz auf dem Kocholymp und in meinem Herzen sowieso verdient.

Auberginen Paprika Zwiebeln

Mit dem hier vorgestellten Gericht, einem „Auberginen-Pahi“, beweist er mal wieder, dass man auch mit ganz popeligen Hauptzutaten – nämlich Auberginen, Paprika und Zwiebeln – ein aromatisches Geschmackserlebnis zaubern kann, das einen vor Freude quieken lässt. Das Geheimnis liegt a) in den Gewürzen und b) in der Art der Zubereitung.

Für mich sind Rezepte eher eine Empfehlung als eine Gebrauchsanweisung, der ich bis ins Detail folgen muss. Ich schaue mir die Zutaten an und entscheide dann selbst, welche davon und vor allem in welcher Menge ich sie nehme. Von daher dient auch dieses Rezept in erster Linie der Inspiration. Meiner Erfahrung nach sollte man jedoch bei den Gewürzmengen nicht allzu weit abweichen, sonst bringt man das Endergebnis aus dem Aroma-Gleichgewicht. Das Originalrezept steht in Ottolenghis „Vegetarische Köstlichkeiten“, das du hier* bestellen kannst (lohnt sich wirklich!).

ZUTATEN

Das alles brauchst du für dieses Gericht (4 Personen):

Gemüse:
3 Auberginen (+ 1TL Kurkuma gemahlen)
4 Zwiebeln
5 rote Spitzpaprika

Würze:
frischer Ingwer (ca. daumengroßes Stück, je nach Geschmack)
Knoblauch
1,5 TL Currypulver
1/4 TL Piment
1/4 TL Kardamom gemahlen
1 TL Zimt gemahlen
2 TL Senfkörner
2 TL Zitronengras gemahlen

sonst noch:
2,5 TL Zucker
60 ml Apfelessig (also einen wirklich kräftigen Schluck, nur Mut)
Fladen- oder ein anderes Weißbrot
500 ml Sonnenblumenöl (zum Frittieren)

Die letztgenannte Zutat (halber Liter Öl) deutet schon dezent darauf hin: Dies ist kein Weightwatchers-Essen, keine Sorge! Im Gegenteil, es endet damit, dass man – ungeniert stöhnend vor Wonne – das Weißbrot durch die fettige Tunke zieht und genüsslich aufschlabbert …

Gewürze Ottolenghi

ZUBEREITUNG

Beginnen wir mit der Würzmarinade: Alles, was oben unter „Würze“ steht, wird im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer geschmeidigen Paste zerrieben. Dabei so viel Öl zugeben, wie nötig ist, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen. Beiseite stellen, aber vorher dran schnuppern, denn sie riecht jetzt schon köstlich.

Im nächsten Schritt wird das gesamte Gemüse frittiert (deswegen so viel Öl). Halbiere die Auberginen längs, schneide sie dann in Scheiben oder Stücke und bestäube sie mit dem gemahlenen Kurkuma. Erhitze das Öl in einer Pfanne mit einem hohen Rand. Wenn es heiß ist, frittiere die Auberginen portionsweise jeweils für ungefähr 8 Minuten. Nimm sie dann mit einer Schaumkelle aus dem Fett und gib sie zum Abtropfen in ein Sieb, das du zuvor mit Küchenkrepp ausgelegt hast. Jetzt noch nach Belieben Salz drüber streuen.

frittierte Auberginen

Nun sind die Zwiebeln dran. Halbiere sie und schneide sie in schmale Spalten. Auch die Zwiebeln werden frittiert, bis sie schön goldbraun sind (wie das riecht!). Mit der Schaumkelle aus dem Fett nehmen und zu den Auberginen geben. Salz drüber.

frittierte Zwiebeln

Zuletzt schneidest du die Paprika in ca. 2 cm große Würfel und frittierst sie ebenfalls circa 5 Minuten, bis sie an den Rändern brutzelig werden. Dann raus damit zum restlichen Gemüse und nochmal salzen.

In dem Restöl, das jetzt noch in der Pfanne ist (man kann aber auch was wegschütten, wenn’s einem zuviel ist), wird nun die Gewürzpaste angeschwitzt, bis sie etwas Farbe angenommen hat – Stichwort Röstaromen. Nun kommt das gesamte Gemüse dazu, außerdem der Essig (wie gesagt: nur Mut!) und ein kräftiger Schluck kochendes Wasser (Menge nach Bedarf) sowie der Zucker. Alles vorsichtig umrühren (soll ja kein Mus werden) und ein paar Minuten köcheln lassen, bis der Großteil der Flüssigkeit verkocht ist. Fertig!

Auberginen-Pahi Ottolenghi

Dieses Curry schmeckt sowohl warm als auch kalt. Mein Tipp: unbedingt soviel davon kochen, dass man am nächsten Tag noch was zum Aufwärmen hat. Dann ist es fast noch besser! Wenn man nicht so gerne Brot isst, kann man auch Reis und/oder Huhn dazu reichen. Hauptsache, die Sättigungsbeilage hat wenig Eigengeschmack, denn mit dem Aroma des Gemüses sollte sie nicht konkurrieren. Griechischer Jogurt ist auch eine denkbare, lecker milchige Ergänzung. Womit auch immer du dieses Auberginen-Pahi isst, vergiss das Stöhnen nicht!

Auberginen-Pahi Detail

 

*Affiliate Link

7 Kommentare

  1. Pingback: LIVING.RUHR » Quatschen mit Soße: Am Küchentisch mit Martin Steffen

  2. Michael Mertin sagt

    Mmmmhhh, das klingt ja köstlich! Ich bin sehr dafür hier bald noch mehr solcher Rezepte zu finden. Wo bekommt man denn gemahlenes Zitronengras?
    Michael

    • Bettina sagt

      Im Fuchs-Regal im Supermarkt 😉 Es ist natürlich nicht ganz so aromatisch wie frisches (bzw. getrocknetes), aber dafür hat man auch keine Spelzen zwischen den Zähnen …
      Herzlich, Bettina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.