Schöne Sachen, Und sonst
Kommentare 15

DIY: bunte Häkeldecke im Zickzackmuster

haekeldecke_zickzack18

Um es gleich zu sagen: Ich bin stolz wie Oskar auf meine bunte Häkeldecke im Zickzackmuster! Keine Angst, living.ruhr mutiert jetzt nicht zum DIY-Blog, dieser Post bleibt eine Ausnahme. Aber eine Decke ist auch ein Einrichtungsgegenstand irgendwie, oder?

Wie konnte es zu diesem plötzlichen Anfall von Handarbeit kommen? Ganz einfach eigentlich: Oben im ausgebauten Dachgeschoss haben wir eine große Gaube mit einer Schaumstoffmatratze. Dort kann man wunderbar sitzen, lesen und in den Garten gucken. Oder ein Schläfchen machen. 2,20 Meter breit ist die Gaube, und das bedeutet, das jede gekaufte Decke zu kurz ist. Das Stückwerk nervte mich schon seit Jahren und ungefähr genau so lange habe ich überlegt, ob ich nicht selbst Hand anlegen könnte. Nähen? Fehlanzeige, kann ich nicht. Aber mit 13 hatte ich mal ein Dreieckstuch gehäkelt, erinnerte ich mich. Da werde ich doch wohl eine popelige Decke schaffen! Ich hab mich umgehört und schließlich von einer früheren Kollegin eine Anleitung bekommen, die unkompliziert genug für eine Handarbeitsgurke wie mich ist.

haekeldecke_zickzack5

Hier die Decke in ihrer ganzen Pracht. Wie du siehst, ist sie seeeeehr lang.

haekeldecke_zickzack4

Habe also hochmotiviert losgelegt, und schon bald waren die ersten 10 Zentimeter fertig. Puh! Was ich irgendwie nicht bedacht hatte, war, dass die Decke ja insgesamt 230 Zentimeter lang werden sollte, dass ich gar nicht sooo viel freie Zeit habe und überhaupt auch noch andere Interessen. Durchhaltevermögen und Geduld zählen übrigens auch nicht gerade zu meinen Primärtugenden. Und so zog sich die Entstehung dieses Wunderwerks der Häkelkunst über vier Monate hin! Und kaum war sie fertig, ging es ans Fäden vernähen. Unter uns: Was für eine bekloppte Tätigkeit! Aber ich hab’s durchgehalten und bin jetzt total zufrieden mit mir (ein eher seltener Zustand) und der Decke.

haekeldecke_zickzack6

Vermutlich wird die Decke sich permanent auf Wanderschaft durch Haus und Garten befinden. Auch im Liegestuhl macht sie eine gute Figur.

ANLEITUNG

So, genug selbstbeweihräuchert, hier kommt die Anleitung zur ultimativen Häkeldecke im Zickzackmuster.

Material: Ich habe Baumwolle mit dem Namen Creative Cotton * genommen (es gibt endlos viele Farbtöne) und Nadelstärke 3,5. Aber es geht auch mit jeder anderen Qualität und Stärke, ganz nach Geschmack.

Das Schöne ist, dass du mit diesem Muster eine Decke in beliebiger Größe fertigen kannst. Wie viele Luftmaschen du aufnimmst, hängt ganz von deinem persönlichen Häkelprojekt ab. Die Luftmaschenkette wird so lang, wie deine Decke breit werden soll. Das einzig Wichtige: Die Anzahl muss durch 14 teilbar sein (plus eine Luftmasche dazu). Sonst hört das Muster mittendrin auf. Also konzentrier dich beim Zählen, bei mir hat’s beim dritten Mal geklappt …

Wenn diese Luftmaschenkette fertig ist, wird jede nachfolgende Reihe nach demselben Schema gehäkelt:
• Du beginnst jeweils mit 3 Luftmaschen (Wendeluftmaschen). Dann häkelst du ein Stäbchen in die letzte Masche der vorherigen Reihe.
haekeldecke_zickzack10• Ab jetzt musst du abwechselnd bis 5 und bis 3 zählen: Los geht’s mit 5 Stäbchen (jeweils in eine Masche der vorherigen Reihe). Dann häkelst du 3 Stäbchen in eine Masche (dadurch bildet sich die Spitze des Zickzacks). Wieder 5 Stäbchen häkeln. Dann 3 Stäbchen zusammen abmaschen (die Senke des Zickzacks).
• So geht es munter weiter bis zum Ende der Reihe. Obacht jetzt: Du endest mit 5 Stäbchen. Dann müsste, wenn du dich vorher nicht verzählt hast, noch eine Masche übrig sein. Da hinein häkelst du zwei Stäbchen. Herzlichen Glückwunsch, die erste Reihe ist fertig!
• Für die nächste Reihe häkelst du erst einmal wieder drei Wendeluftmaschen und in die letzte Masche der vorherigen Reihe noch ein Stäbchen ein. Ab da heißt es dann wieder: abwechselnd 5 Stäbchen häkeln, 3 in eine Masche, 5 Stäbchen häkeln, 3 Stäbchen zusammen abmaschen und so weiter. Ob du Maschen zunehmen und abnehmen musst, ergibt sich einfach optisch aus der Reihe zuvor. Kikileicht, oder?

Tipp: Es ist übrigens wirklich wichtig, am Ende bzw. Anfang einer Reihe die Extra-Stäbchen bzw. Luftmaschen nicht zu vergessen, denn nur so bekommt die Decke wie von selbst eine saubere Außenkante.

haekeldecke_zickzack1

Wenn’s abends auf der Terrasse kühl wird, kann man die Decke auch als Stola für mindestens zwei Personen benutzen.

IIch für meinen Teil werde nun eine kleine Häkelpause einlegen, aber auf lange Sicht sicherlich dranbleiben. Als nächstes habe ich Armbänder im Blick, eine nette Instagramfreundin hat mir eine Anleitung geschickt. Das geht auf jeden Fall schneller!

Häkelst du auch? Wenn du Ideen, Anleitungen oder Links hast, freue ich mich darüber in den Kommentaren!

haekeldecke_zickzack16

*affiliate link

 

15 Kommentare

  1. Pingback: LIVING.RUHR » Sommerpause

  2. Antje sagt

    Meine liebe Bettina,
    kann mich dem Wow, Boh, nur anschließen.

    Was für eine schöne Decke! Wieviel Aktivanad hast du getrunken? Absolute Hochachtung. Handarbeitsprojekte beginne ich in der Regel auch sehr ambitioniert, aber mit der Zeit …..schlabber, schlabber, schlabber. Dabei ist das Ergebnis doch schon Motivation genug und macht richtig Lust wieder anzufangen. Liebe Grüße

    • Bettina sagt

      Danke, liebe Antje! Aber wie du weißt, bin ich ja eher der Rotwein- als der Aktivanad-Typ 😉
      Liebe Grüße zurück!

  3. Bettina, ich bin auch stolz auf Dich!
    Das hast wirklich super gehäkelt und so schöne Farben. Ausdauer hast Du ebenfalls bewiesen. Chapeau!!!

    • Bettina sagt

      Danke, liebe Gudrun! Dein Lob freut mich doppelt, weil ich ja weiß, dass es von einem ganz besonders kreativen Kopf kommt 🙂 Liebe Grüße!

  4. Ach nochwas, Fädenvernähen ist beim Stricken & Häkeln das Dämlichste, was ich kenne, besonders wenn man viele Farbwechsel hat! Da ist bei mir schon so manches fertige Handarbeitsteilchen länger liegen geblieben.

    • Bettina sagt

      Da sagste was! Ich musste mich wirklich total dazu zwingen 😉

  5. Wow, das hätte ich dir nicht zugetraut, Decke häkeln kann sich zu einem Jahrhundertprojekt entwickeln. Respekt. Du hattest Baumwolle genommen, ein schweres Material, so wie man es aus der Schulzeit im Handarbeitenunterricht kennt. Ich hatte mir damals ein Hängerchen in Stäbchentechnik gehäkelt, so wie es in den 80ern In war, das ging erst bis zur Hüfte und hing mir dann nach mehrmaligen Tragen in den Kniekehlen ;-). Mittlerweile sind aber die Garne so gut geworden, dass sie nicht mehr leihern.

    Die Decke sieht super aus, und es sind genau deine Farben. Hab Spass damit und lass die Hunde nicht dran knabbern.

    • Bettina sagt

      Danke, Sigi 🙂 Ich hüte die Decke wie meinen Augapfel (aber ich fürchte, früher oder später gehört sie eh den Hunden) … Liebe Grüße!

  6. Geli Dreier sagt

    Wow!!! Die ist ja wunderschön geworden und Du darfst gerne stolz sein wie Oskar!! Ich glaube ich versuche es auch mal wieder mit einer Handarbeit. Häkeln war noch nie so mein Ding, aber stricken geht ja auch. Danke für den Motivationsschub!

    • Bettina sagt

      Gerne, liebe Geli! Freut mich, wenn ich dich inspirieren konnte 🙂 Liebe Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.