Zu Besuch bei …
Kommentare 7

Ein Sofa fürs Leben

Baxter-Sofa

Welches Möbelstück im Haus letztendlich das wichtigste ist, weiß ich nicht. Wenn ich im Bett liege, ist es das Bett, wenn ich koche, der Herd. Wenn ich lese, arbeite, fernsehe, daddel, mit den Dackeln schmuse oder ein Nickerchen mache, ganz klar das Sofa. Weil mein Liebster genau so gestrickt ist, waren wir uns schnell einig: Wir brauchen ein Wohnsofa mit ganz viel Platz.

Damit liegen wir laut Süddeutscher Zeitung zwar neben dem aktuellen Trend zum Ohrensessel, aber uns dafür gemütlich gegenüber.
So, und nun: Augen auf beim Couchkauf. Wenn man einmal anfängt, Modelle und Preise zu vergleichen, Stoffe, Hölzer und sonstige Materialien zu checken und vor allem Probe zu sitzen/liegen, merkt man schnell, das Qualität auch hier ihren Preis hat. Wir haben uns damals (sieben Jahre ist es jetzt her) Hals über Kopf in ein Sofa der italienischen Marke Baxter verliebt (stolze 3 Meter lang und 1,40 Meter tief, dickes, weiches Leder, Daunenfüllung), doch – leider leider – überstieg der Preis unser Budget erheblich (um es mal vornehm auszudrücken). Also starteten wir eine Odyssee durch die Möbelhäuser der Region und die Webshops der Welt (Achtung, Polstermöbel lieber analog einkaufen!). Wir haben wirklich jeden Laden im Umkreis von 100 Kilometern abgeklappert, auf jedem Zwei- bis Viersitzer gesessen, uns gegen zu stramme, zu dicke und zu dünne Polster gelehnt, über feste, labbrige und sogar kratzige Stoffe gestreichelt, auf langweilige, blasse und schreiende Farben geguckt, Beinchen und Lehnen aus Holz, Plastik und Chrom befingert … bis wir schließlich in Düsseldorf fündig wurden und ein großes, samtrotes Sofa bestellten, das unseren Geldbeutel nur ein bisschen über das Maß strapazierte. Puh, waren wir erleichtert!

„Don’t go for second best, Baby“

Die Erleichterung dauerte fast so lange wie der Rückweg von Düsseldorf nach Bochum. Um die Wahrheit zu sagen, schon kurz vor Essen brach aus dem Liebsten hervor, was mir ebenfalls auf der Zunge brannte: NEIN! Das war’s noch nicht, das war nicht „unser“ Sofa! „Don’t go for second best, Baby“ sang ja einst schon Madonna, und recht hatte sie! Also nix wie nach Hause und die Bestellung storniert. Puh, waren wir erleichtert!

„Simply the best“

Und nun? Krisensitz. Sparbuchwälz. Hinundherüberleg. Nach ein paar Tagen die Entscheidung: Her mit dem Baxter, irgendwie kriegen wir das schon gewuppt. Und was soll ich sagen? Wir haben’s noch nicht eine Minute bereut und lieben unser Baxter wie am ersten Tag, ach was, mit jedem Wein- und Hundesabberfleck ein bisschen mehr. „Simply the best“ sang ja einst schon Tina Turner, und recht hatte sie!

7 Kommentare

  1. Absolut fantastisch. Ich habe erst gestern das Bild von diesem Traumsofa auf Deinem Blog entdeckt. Ich denke, die Entscheidung, etwas mehr Geld für diese einmalige Lederinsel auszugeben, habt ihr nicht bereut.

    LG Anke

  2. Pingback: LIVING.RUHR » Zu Besuch bei uns oder: Wir renovieren Küche, Essbereich und Wohnzimmer

  3. Pingback: imm 2016: das Bilderbuch zur Möbelmesse in Köln Teil I – LIVING.RUHR

  4. Pingback: LIVING.RUHR: Die Karolchicks

  5. Jana Holz sagt

    Ich habe mir vor über 25 Jahren ein Rolf Benz Sofa gekauft und liebe es nach wie vor. Ein Sofa ist eben mehr als nur ein Möbelstück, man wächst da richtig rein.

    • Bettina sagt

      Liebe Jana, haargenau so sehe ich das auch 🙂

  6. Pingback: LIVING.RUHR » Zu Besuch bei: Toralf und Marc

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.