Kreative Köpfe
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#Kreative Köpfe: KOBL aus Oberhausen

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Die Sachensucher

Weil die Zeit knapp wird, schnell die hard facts in aller Kürze: Am Samstag, 5. März, ab 18.30 Uhr, steigt im Dortmunder Pop-Up Studio eine launige Auktion von Designmöbeln. Dahinter steckt KOBL, bestehend aus den Künstlern/Designern Simon Mellnich und Oliver Mark. Nix wie hin!

So, kann jetzt keiner mehr sagen, er hätte nichts von diesem Termin gewusst.
Hier beginnt nun die entspannte long version. Aaalso, es waren einmal zwei junge Männer, Simon und Mark, die studierten Design in Dortmund und merkten bald, dass der übliche Alltag in einer Agentur wohl nicht so ganz die Erfüllung für sie wäre. Drei weitere Dinge verbanden die beiden: die Liebe zu alten Sachen, ein Hang zum Sammeln, Horten und Handwerken sowie eine ausgeprägte künstlerische Ader. Heraus kam: KOBL.

KOBL

Die Idee hinter dem Namen ist ausgeklügelt: Ein Kobel mit e ist das Nest eines Eichhörnchens, ein kugeliger Bau hoch oben in den Bäumen, innen gemütlich gepolstert mit Zweigen, Blättern und Gras. Eigentlich leben wir ja alle in so einer Art Kobel, oder? Nun ja, jedenfalls machen Simon und Oliver viel „Zeug“ (so nennen sie das), mit dem man sich seinen Kobel, sprich sein Heim, verschönern kann. Vorausgesetzt: Das Zeug ist alt. Das Zeug hat Patina. Im besten Fall ist es aus der Hand eines bekannten Designers. Muss aber nicht sein. Altes Zeug, das einfach nur gut gestaltet ist, tut’s auch.

KOBL

Je nachdem, in welchem Zustand sich ein Teil befindet, wird es entweder für eine künstlerische Objektcollage verwendet oder es wird aufgearbeitet, sprich redesignt. Simon und Oliver legen dabei Wert darauf, dass der ursprüngliche Charakter des Möbels erhalten bleibt und nur die Oberfläche gereinigt wird. Und eine kaputte Schraube wird auch durch eine entsprechend alte ersetzt, auf keinen Fall durch eine neue, glänzende aus dem Baumarkt. Bestes Beispiel für die Haltung der beiden sind wohl zwei (original alte!) Barcelona Chairs von Mies van der Rohe: Ich wette, es sind die abgerocktesten, die ihr jemals gesehen habt!

KOBL

Die beiden sind nicht nur in Sachen alte Designmöbel unterwegs, sondern auch und besonders im Namen der Kunst, wobei sich häufig beides vermischt. Im letzten Jahr haben sie zum Beispiel im Rahmen der Extraschicht für den HMKV in Dortmund eine Installation aufgebaut: eine Art Fotostudio zum Thema „Jules Verne“, zu dem damals eine Ausstellung lief. Sie bauten ein Set im Nostalgie-Look auf, im Hintergrund eine Projektion, auf der Insekten – optisch stark vergrößert – über einen Haufen Steinchen krabbelte. Vor dieser Kulisse konnten sich die Besucher – gewandet in alte Kostüme – fotografieren lassen. Ein voller Erfolg für die zwei damals!

KOBL

Aber in diesem Artikel geht’s nicht um die Kobl-Kunst, sondern um die Möbel. Und davon haben Simon und Oliver ziemlich viele. Sie sammeln seit einigen Jahren gemeinsam Möbel und Gegenstände aus vergangenen Zeiten. Zusammengekommen ist mittlerweile ein gigantisch riesiger Fundus von Zeug, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Die aufgearbeiteten Möbelstücke kann man kaufen oder auch mieten. Häufig werden sie für Fotosessions verliehen, oder auch für Events und als Filmkulisse. Ein Großteil der Sachen lagert in zwei großen Räumen (ehemaligen Schulklassen) im Kunsthaus Haven in Oberhausen. Beeindruckend, was sich da in den riesigen Industrieregalen stapelt! Weil die beiden auch noch Brot-Jobs haben, treffen sie sich oft abends im Atelier, und dann übernachten sie halt auch dort – übrigens ebenfalls in diesen Regalen, ihren „Kojen“, wie sie die Notbetten liebevoll nennen.

KOBL

Simon und Oliver verstehen sich auf keinen Fall als klassische Möbelhändler. Wer bei ihnen was kauft oder leiht, bekommt gleich das Kobl-Gesamtpaket mitgeliefert, sprich Ideen und Beratung on top. Von diesem Service profitierte jüngst das neu eröffnete KaBü in Essen-Rüttenscheid, ein Co Working Space mit angeschlossenem Café. Die beiden standen den Betreibern mit Rat und Tat zu Seite und steuerten einige Lampen und Stühle bei. Alle Sachen kann man direkt von Boden, Wand und Decke weg kaufen! Dieses KaBü macht übrigens einen hoch sympathischen Eindruck, ich fürchte nur, ich persönlich würde vor lauter Ka(ffee) nicht zum Bü(ro) kommen! Juli von Heimatpottential hat hier einen lesenswerten Beitrag über diese hochsympathische Location geschrieben.

So, das muss auf die Schnelle erstmal reichen über KOBL. Wenn ihr mehr über die Jungs erfahren möchtet, kein Problem! Zum einen haben sie eine Website, zum anderen werde ich für das nächste Magazin von Heimatdesign einen ausführlicheren Artikel über KOBL schreiben, in dem es dann noch mehr um ihre künstlerischen Aktivitäten geht.

KOBL

Am Samstag auf der Auktion jedenfalls kommt so einiges unter den Hammer, was eure Wohnungen verschönern könnte: Poulsen-Lampen, Eames-Chairs, diverse weitere Lampen, vieles von namhaften Designern, aber auch viele schöne No-Name-Produkte, die dann auch fürs schmalere Portmonee erschwinglich sein dürften. Start im Pop-Up Studio (Dortmund, Rheinische Str. 146) ist um 18.30, ab 19 Uhr könnt ihr die Exponate schon mal in Augenschein nehmen und überlegen, wofür ihr ab 20 Uhr vornehm die Hand hebt (oder wild fuchtelt, falls ihr was unbedingt haben wollt). Lasst euch nix wegschnappen! Für meinen Geschmack eine echte Alternative zum Fußballspiel BVB gegen Bayern 😉

Logo Kobl

4 Kommentare

  1. Christel sagt

    Schöne Geschichte, die du wieder aufgespürt hast – ich treffe euch vor Ort! Lasst uns gemeinsam fuchteln!!

  2. Angelika Dreier sagt

    Das hört sich aber vielversprechend an, danke für den Tipp, Bettina!

    • Bettina sagt

      Gerne! Ich hoffe, ich schaffe es hinzugehen!

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