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Maker’s Homes: Apartments, Lofts und Studios von Kreativen

Emily Quinton ist eine von denen, die auf Englisch „Maker“ heißen. Ein kreativer Kopf also, mit tausend Ideen, eine Mischung aus Designerin, Handwerkerin und Bastlerin. Im Deutschen gibt’s kein Wort, das das alles zusammenfasst, auch nicht für das „Maker Movement“, das es seit vielen Jahren gibt. „Selbstmachkultur“ ist eine mögliche Übersetzung, aber ebenfalls sprachlich nicht wirklich überzeugend. Wie auch immer, heute möchte ich dir das Buch „Maker’s Homes“* ans kreative Herz legen!

Die Autorin, die mit Mann und vier kleinen Kindern zusammen lebt, ist hoffnungslos dem Do-it-yourself-Trend verfallen. „Jeden Tag etwas erschaffen“ ist die Devise in ihrem Haus, das voll ist mit kleinen Arrangements aus Selbstgebasteltem und das eine herrlich kreative Atmosphäre hat. Emily Quinton hat sich auf den Weg gemacht und Gleichgesinnte in England, USA und Holland besucht und festgestellt: Hey, die leben ja eigentlich genau so wie ich! Wohnen und kreativ arbeiten ist bei allen ein großes organisches Ganzes, die klassische Trennung von Arbeit und Freizeit existiert nicht. Und alle scheren sich einen feuchten Dreck um das, was gerade in den einschlägigen Interiormedien als hip gehypt wird. Stil hat nichts mit Mode zu tun, aber viel mit Individualität, bewusstem Einrichten, Sinn für Schönheit und Originelles, Mut zu Farben und Mustern und last but not least mit Selbstbewusstsein.

Sarah Hamilton

Die Designerin und Künstlerin Sarah Hamilton lebt im Südosten von London und hat ein Faible für Farben. In diesem Zimmer passen zum Beispiel die Vorhänge zum Poster und die Form der Kommodengriffe zum Muster des Kissens auf dem Sessel.

Alix Bluh, San Francisco

Die Schmuckdesignerin Alex Blüh lebt in San Francisco in einem 100 Jahre alten Haus. Wie man sieht, liebt und sammelt sie alten Kram.

I

m ersten Kapitel stellt Emily Quinton Beispiele von Gemeinschaftsprojekten vor: Intitiativen von Kreativen, die sich nicht nur Räumlichkeiten, sondern auch Equipment teilen, klassische Druckerpressen ebenso wie hochmoderne 3-D-Drucker. Überhaupt ist dieses entspannte Miteinander von alten Handwerkstechniken und modernsten High-End-Tools, von Designklassikern und Kitsch etwas, das sich in vielen Wohnungen wiederfindet.

Das Buch ist in erster Linie ein Bildband mit tollen Fotos von coolen Wohnungen und Häusern, aber es ist auch ein Geschichtenbuch, denn man erfährt viel über die Bewohner und ihre Motive, ihren Lebensunterhalt als „Maker“ zu verdienen. Was nicht immer leicht ist, und sogar darüber gibt es am Ende von „Maker’s Homes“* ein eigenes Kapitel.

Donna Wilson

Donna Wilson hat sich mit ihren Tiermotiven aus Stoff oder auf Keramik einen Namen gemacht. Auch ihr eigenes Haus und ihr Atelier sind farbenfroh und fantasievoll – gute Laune, die ansteckt.

Donna Wilson Donna Wilson

Emily nimmt uns mit in viele kleine kreativen Kosmen, zum Beispiel in ein ehemaliges Möbelläger aus dem frühen 20. Jahrhundert in San Francisco, eine Ranch in Oregon, ein viktorianisches Häuschen in London oder auch ein Reihenhaus in Northumberland. Es gibt dunkle, geheimnisvolle Domizile ebenso wie helle, moderne oder rustikale, großzügige und winzige, urbane und ländliche. Jedes ist anders, jedes ist auf seine Weise charmant, jedes ist atmosphärisch so, dass man sich direkt an den Esstisch oder auf die Couch setzen möchte und mit den Bewohnern plaudern. Kein Wunder, denn sie alle kommen auch persönlich zu Wort und lassen uns an ihrer Lebensphilosophie teilhaben. Am Ende des Buches hat man fast das Gefühl, man hätte gerade eine Menge richtig netter Leute persönlich kennengelernt 🙂

Maartje van den Noort

Maartje van den Noort mag in ihrer Wohnung ebenso wie in ihrer Arbeit Naturtöne und setzt nur wenige farbige Akzente.

Anna Joyce, Portland

Die Textildesignerin Anna Joyce lebt in Portland. Das Haus ist hell und groß, und Wohn- und Arbeitsbereich gehen fließend ineinander über. Und offensichtlich ist sie Paul McCartney-Fan 😉

Inge Cremer

Inge Cremer lebt in der Nähe von Rotterdam und ist zum einen Filzkünstlerin, zum anderen Raumstylistin, wie man sieht. Statt eine schnöde Flurkommode aufzustellen, hat sie mehrere antike Koffer übereinander gestapelt.

Alle Fotos: copyright Helen Cathcart/Knesebeck Verlag
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Erika Harberts

Statt Oberschrank: In der Küche von Erika Harberts in Rotterdam hängt ein Schränkchen, das ihr ihre Großeltern mal als Souvenir aus Marokko mitgebracht haben. Ideal, um ganz viel Kleinzeugs drin zu sammeln!

2 Kommentare

  1. Anna Schwelm sagt

    Ui, jetzt bin ich ganz angestachelt, liebe Bettina! Dieses Buch wünsche ich mir zum Geburtstag, daran ist nicht mehr zu rütteln. Danke für den Tipp!

    • Bettina sagt

      Sehr gerne 🙂 Mein momentanes absolutes Lieblingswohnbuch stelle ich übrigens nächste Woche vor … Herzliche Grüße, Bettina

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