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#Wohnen wie’s im Buche steht: Meine coole Küche

Meine coole Küche

Mehr als Schnibbeln, Kochen und Spülen

Eigentlich wollte ich in meinem Blog nur Bücher von Wohnbloggern vorstellen. Hab ich ja auch schon einmal gemacht, und zwar hier. Aber: Ich liebe nun mal Wohnbücher aller Art und sammle sie mit Leidenschaft. Es gibt sooo viele wunderschöne, einzigartige und gut gemachte Interior-Bände, die nicht aus Blogger-Feder stammen, dass es schade wäre, sie hier nicht zu zeigen.

Und daher werde ich ab jetzt in schöner Unregelmäßigkeit Wohnbücher vorstellen. Natürlich nicht jedes dahergelaufene, sondern nur die, die durch meine persönliche Qualitätskontrolle kommen und die ich euch mit gutem Gewissen empfehlen kann.
Hier die wichtigsten Kriterien für mich: Zieht mich das Buch wirklich in seinen Bann oder käut es nur einen gerade hippen Trend wieder? Erzählt es gute Geschichten oder zeigt es nur teures Design in Häusern von Leuten mit viel Geld? Erfahre ich etwas über die Bewohner? Kann ich so richtig genussvoll in fremde Wohnwelten abtauchen? Dass ich einen gewissen Hang zur Neugier habe, habe ich euch ja schon erzählt …

Das Buch, das ich euch heute ans Herz legen möchte, erfüllt sämtliche Anforderungen. Es heißt „Meine coole Küche“ und verdankt seinen sonderbaren Namen dem Umstand, dass die Autorin, Jane Field-Lewis, eine ganze Reihe von Büchern herausgebracht hat, die so ähnlich heißen (My cool Caravan, My cool Houseboat, My cool Shed, und letztes Jahr eben My cool Kitchen).

Naja, jedenfalls hat diese britische Stylistin einen – meinen! – Traumjob: Sie ist für das Buch um die halbe Welt gereist und hat Menschen in ihren Küchen besucht. Dabei hat sie herausgefunden, was wir alle schon ahnten: Stil hat (fast) nichts mit Geld zu tun und auch nicht mit Quadratmetern. Ein kleiner Raum mit alten oder upgecycelten Möbeln hat oft mehr Stil als eine 450-qm-Designer-Villa. Gibt ja Leute, die ohne mit der Wimper zu zucken ein Jahresgehalt für eine Küche ausgeben. Das Ergebnis ist nicht selten eine zwar todschicke und sündhaft teure, aber austauschbare Einbauküche, der jede individuelle Note fehlt. „Meine coole Küche“ ist eine wohltuende Gegenposition. Fast 40 Küchen werden porträtiert und keine gleicht der anderen. Jede einzelne hat eine ganz besondere Atmosphäre, unabhängig vom Geldbeutel der Besitzer, wenngleich die meisten der im Buch versammelten Küchen nicht wirklich low budget sind, wie fairerweise gesagt werden muss.

Ursprünglich definiert „Küche“ ganz funktional den Ort im Haus, an dem gekocht wird, sprich der Herd ist Mittelpunkt und wichtigster Gegenstand des Raumes. Dieser plus Kühlschrank und Spüle sind dann auch der kleinste gemeinsame Nenner aller Küchen in diesem Buch. Ansonsten reicht das Spektrum von kühler, minimalistischer Küchenfront über verspielt-vollgestopfte Hippie-Küche bis hin zu den Arbeiterküchen (Beatles-Fans, aufgehorcht!) aus der Kindheit von John Lennon und Paul McCartney in Liverpool. Immer ist die Küche auch ein Lebensraum, das heißt sie spiegelt den Charakter und das Weltbild ihrer Bewohner.

Doch Bilder sagen mehr als 1000 Worte, ich zeige euch jetzt ein paar Beispiele aus „Meine coole Küche“. Ich wette, auch für euren Geschmack ist was dabei.

01 Hier hat sich die Innenarchitektin Emma Wilson ausgetobt. Sie kommt eigentlich aus London, wohnt aber in Marokko, wo sie ansonsten Ferienhäuser vermietet. Das Besondere an ihrer Küche sind die Oberflächen aus Tadelakt, einem traditionellen marokkanischen Kalkputz, der nach dem Trocknen glattgeschliffen wird und dadurch diese interessante Beton-Optik erhält. Ein bisschen Kuschelatmo bekommt die Küche durch den grob gewebten Teppich.

 

02 Auf der Isle of Wight – sicher nicht die schlechteste Adresse – , haben sich Ende der 60er Jahre Koo Haddock und Connie McDowel ihren Traum von einem Haus gebaut, das aus zwei identischen Hälften besteht, so dass jede der architekturbegeisterten Damen ihren eigenen Bereich hat.

 

03 Room with a View: Von der Küche auf den Pazifik zu gucken, würde mir auch gefallen. Warum in diesem mit Architekturpreisen überhäuften Strandhaus so ein Riesenfernseher hängt, ist mir übrigens schleierhaft. Besser als der Blick durch das gigantische Panomramafenster kann kein Film sein …

 

04 Blick aus der Küche aufs Meer ist irgendwie ein Durchzieher in diesem Buch. Diese liegt in England, genauer gesagt in Whitstable an der Küste der Grafschaft Kent. Kräfiges Türkis (eine meiner Lieblingsfarben) fügt den Mix aus Vintage-Küchenkram zu einer harmonischen Einheit zusammen.

 

05 Andere Seite des Globus: In einer alten Lagerhalle in Melbourne hat sich ein Paar eine gemütliche Küche mit Industriecharme eingerichtet – mit einfachen Mitteln, viel Vintage, viel Eigenarbeit und kleinem Budget.

 

06 Ist der zitronengelbe Hängeschrank nicht ein Hammer? Genau wie die grünen Stühle stammt er aus dem Haus der Großeltern der Bewohner. Und wie man dem Skandi-Stil schon ansieht: Diese Küche steht in Kopenhagen.

 

07 Eher rustikal-robust sieht’s in diesem Ferienhaus in Australien aus. Einige Möbel sind geerbt, die Spüle ist vom Schrottplatz, der Küchentisch ist eine umfunktionierte alte Werkbank. Kompromisslos: scharzer Fußboden, weiße Wände.

So, das waren sieben von insgesamt 40 Küchen. Wenn ich Wohnbücher lese, stelle ich mir immer die Frage „Wenn ich’s mir aussuchen könnte: In welchem Ambiente würde ich am liebsten wohnen?“ Auch in diesem Buch hab ich meinen Liebling gefunden. Und du? Welche Küche ist dein Favorit?

Hier könnt ihr das Buch bestellen (affiliate Link)

Copyright: jeweils die genannten Fotografen/Knesebeck Verlag

 

6 Kommentare

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  3. Vanessa Zurbrod sagt

    Das kommt ja wie gerufen! Wir wollen nämlich endlich unsere Küche umbauen und diese Küchenprospekte sind ja immer so eintönig und steril. Genau mein Ding, gut ausgesucht1

    • Bettina sagt

      Danke, liebe Vanessa! Und viel Spaß bei der Küchenrenovierung 😉

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