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Pimp your Badezimmer: Tipps und Beispiele

Evas Badewanne in ihrem Haus „Waldfriedenstate“ steht unterm Dach und gibt den Blick in den Garten frei.

Ich liiiieeeebe Interior-Bücher! Letztens hab ich mir einen schönen Abend mit „Baden Baden“ gemacht, einem aufwändigen Bildband aus dem Gestalten Verlag, voll mit wirklich seeeehr coolen Badezimmern. Voluminöse freistehende Wannen, goldene Designer-Armaturen, pizzatellergroße Duschköpfe, raffinierte Beleuchtungssysteme, badenbaden_coverfeinstes Steinzeug auf dem Boden und kostbare Fliesen an den Wänden. So ein Badetrog sieht besonders toll vor bodentiefen Fenstern mit Ausblick auf atemberaubende Landschaften aus. Ein großer Spaß, in eine Welt einzutauchen, in der das Bad so groß ist wie anderswo das Wohnzimmer und vermutlich so teuer wie eine kleine Eigentumswohnung. Aber okay, ich kann gönnen, den Luxus der anderen genießen und ein paar Stunden träumen und schwelgen.

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aus: Baden Baden, Gestalten Verlag

Irgendwann war ich vom Schmökern bettreif und bin hoch in unser eigenes Badezimmer: Es ist exakt 3,094 Quadratmeter groß. Das deutsche Durchschnittsbad misst übrigens 7,8 Quadratmeter, unseres liegt also weit unter dem statistischen Mittel. Dusche, Waschbecken, Klo, fertig, mehr passt einfach nicht rein. Immerhin gibt es ein Fenster! Allerdings ist es nicht bodentief und der Ausblick ist auch eher so naja. Und doch, ich mag unser Bad, ich finde, wir haben damals bei der Renovierung das Beste draus gemacht. Und genau darum wird’s in diesem Blogpost gehen: Wie kriegt man diese megaschicken Bäder aus Zeitschriften und Bildbänden mit dem überein, was hier bei uns Standard ist? Vor allem in Mietwohnungen ist der Gestaltungsspielraum klein. Aber: Es gibt ihn, also nutze ihn!

Ich zeige dir hier ein paar Luxus-Bäder (zum Großteil aus „Baden Baden“), Moodfotos von Interiorlabels und außerdem Fotos, die im Rahmen von living.ruhr-Homestories entstanden sind. Außerdem habe ich für dich Tipps zusammengestellt, worauf du beim Einrichten des Bades achten solltest und wie du dein Badezimmer zu einem Raum aufpimpen kannst, in dem du dich gerne aufhältst und das zu deinem Einrichtungsstil passt. Also lass dich inspirieren, sicherlich ist so einiges auch auf die eigene Nasszelle übertragbar.

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aus: Baden Baden, Gestalten Verlag

Checkliste: Worauf solltest du bei der Bad-Planung achten?

Häufig ist der Umzug in eine neue Wohnung damit verbunden, dass das Bad renoviert wird. Ob in einer gekauften Immobilie oder zur Miete, ein paar Überlegungen vorab helfen dir dabei, den Raum praktisch UND schön zu gestalten.

1. Deine persönlichen Bedürfnisse

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Das Badezimmer von Babsi und Peter ist ganz in Blau gehalten, nicht nur die Mosaikfliesen von Bisazza, auch Handtücher und Accessoires folgen dem Farbkonzept. Hier geht’s zur Homestory über die beiden.

Die wichtigste Überlegung, vor allem bei begrenztem Platz: Was brauchst du wirklich? Ein Waschbecken natürlich. Vielleicht sogar zwei, wenn du eine große Familie hast? Badewanne und/oder Dusche? Ich selbst dusche ja lieber, aber ich kenne Leute, für die die Wanne der Lieblingsort in der ganzen Wohnung ist! Brauchst du ein Bidet oder benutzt du es eh nur zum Einweichen von dreckigen Turnschuhen? Überhaupt: Ist das Bad für dich eher Wellnessoase oder hüpfst du nur kurz zum Duschen und Zähneputzen rein?

2. Qualität

Wanne, Waschbecken und Dusche tauscht man nicht mal eben so aus. Setze dabei unbedingt auf Qualität, falls du sie neu anschaffst. Schließlich ist das Bad einer der anspruchsvollsten Räume im Haus, denn es wird täglich schnell aufgeheizt und kühlt dann wieder aus, es wird nass und trocknet wieder – das macht nicht jedes Material mit. Spare deswegen auch nicht beim Bodenbelag und den Fliesen.
Lichtschalter, Steckdosen, Türklinken und Co. kannst du ja erstmal günstig kaufen und später durch hochwertigere Produkte ersetzen. Meistens schwimmt man beim Umzug ja nicht gerade im Geld und spart, wo man kann. Natürlich sind Armaturen namhafter Hersteller schöner und vor allem strapazierfähiger als die preiswertesten aus dem Baumarkt. Aber wenn du hier erstmal die „kleine“ Lösung nimmst, kannst du die Wasserhähne relativ unkompliziert gegen schicke Designerteile austauschen, wenn du wieder besser bei Kasse bist.

3. Oberflächen

Wo siehst du dich auf der Skala zwischen Putzteufel und Schlampe? Ich persönlich tendiere ganz klar in Richtung Schl… und deswegen bin ich auch keine Kandidatin für Oberflächen, die permanent gewienert oder abgeflitscht werden müssen und wo schon kleinste Kalkflecken die Optik stören. Im Klartext bedeutet das: keine schicken dunklen Oberflächen, keine gläsernen Trennwände, sondern Materialien, die quasi „selbstreinigend“ sind oder so beschaffen, dass man den Schmutz nicht sieht. Falls mal jemand ein Bad mit Lotuseffekt erfindet, bitte Bescheid sagen!

Badezimmer bunte Fliesen

Das Bad von NIna und Volker ist vor allem eins: bunt. Sorgt direkt nach dem Aufstehen für gute Laune! Hier geht’s zur Homestory über die beiden.

4. Stauraum

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Componibili von Kartell gibt’s jetzt in coolen Farben!

Wenn du in der glücklichen Lage bist, dein Bad frei planen zu können, denk an Stauraum, Stauraum und Stauraum. Und vergiss den Stauraum nicht! Denn davon brauchst du mehr, als du vielleicht denkst. Ein paar frei herumstehende hübsche Utensilien wie Parfümflakons und Deko sehen sicher nett aus, aber den Zehenspreizer muss ja nicht jeder sehen, und Tuben, Töpfchen und Make-up-Pinsel werden durchs Zustauben auch nicht schöner. Mal ganz zu schweigen von Handtüchern, Rasierzeug, Klorollenvorräten, Fön, Bürsten, Haarbändern und Hornhauthobeln. Geschlossene Schränke und Schubladen sind also von Vorteil. Unterm Waschbecken, in Nischen und Versprüngen oder über der Tür – Platz ist in den meisten Bädern rarer als im Wohnwagen, also nutze ihn! Falls überhaupt kein Stauraum da ist, finde ich Rollcontainer hilfreich, z. B. den Klassiker „componibili“ von Kartell.

5. Beleuchtung

Gerade im Bad ist das Licht ein sensibles Thema. Wenn es gnadenlos und flutlichthell direkt nach dem Aufstehen von oben auf den nackten Körper fällt, möchte manch eine direkt wieder zurück ins Schlafzimmer und für den Rest des Tages die Bettdecke über den Kopf ziehen. Nur Schummerlicht geht aber auch nicht. Sinnvoll sind Leuchten links und rechts vom Spiegel, so wird das Gesicht beim Schminken und Porenbetrachten gut ausgeleuchtet. Licht von oben wirft harte Schatten ins Gesicht. Wenn du gerne badest, brauchst du noch ein warmes Licht für den gemütlichen Wannenabend.

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aus: Baden Baden, Gestalten Verlag

6. Dusche

Gönn! dir! eine! Regendusche! Und zwar so eine richtig tolle, unter der du dich fühlst wie unter den Niagara-Fällen. Spare drauf, lass sie dir zu Weihnachten schenken oder nimm zur Not einen Kredit dafür auf. So ein Riesenduschkopf ist ein Luxus, zu dem du dir jeden Morgen aufs neue gratulieren wirst, denn er macht dich glücklich! Wenn du zur Miete wohnst, kannst du ihn ja beim Auszug wieder mitnehmen.

7. Fliesen

Irgendwann schreibe ich mal einen Blogbeitrag nur über Fliesen. Es gibt so viele wunderschöne! Erstaunlicherweise schaffen sie es sehr selten ins Durchschnittsbad (wohl

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Mosaikfliesen in Aquatönen sind der perfekte Hintergrund für diese stylishe Klobürste von Normann Copenhagen

deswegen, weil sie meistens mehr kosten als Standardware). Aber es gibt auch schon im mittleren Preissegment wirklich so einiges.
Es ist übrigens nicht nötig, Wände bis unter die Decke zu fliesen. Nur dort, wo direkt Wasser hinkommt, sind sie wirklich sinnvoll (das Geld, das man durch den sparsamen Einsatz von Fliesen spart, kann man ja dann in wertigere investieren).
Wer beim Fliesenhändler steht, hat die Qual der Wahl: uni, farbig, gemustert, quer, hoch, matt, glänzend, weiß, farbig, groß, klein. Faustregel: Große Fliesen schenken optische Weite, kleine machen das Bad enger. Ausnahme: Mosaikfliesen, denn die wirken mit ein bisschen Abstand als homogene Fläche. Die Wahl der Fliesen ist ein entscheidender Faktor für die Atmosphäre im Bad!

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Es geht auch ganz ohne Fliesen! Mit viel Holz erzielst du einen natürlichen Landhauseffekt.

Extra-Tipp: Wenn du die Fliesen in deiner Mietwohnung unerträglich findest, aber sie nun mal drin bleiben müssen, dann gibt’s immer noch Spezialfolien mit Klebefliesen. Da findest du sicherlich welche, die dir gefallen, zum Beispiel bei etsy.

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Foto: etsy

SO WIRD DEIN BAD WOHNLICHER

Manche Bäder sehen aus wie die Pathologie im „Tatort“. Mit ein paar Tricks wird auch der sterilste Hygienetempel wohnlicher. Du kannst mit den folgenden Tipps jeden Einrichtungsstil im Bad umsetzen, ob skandi, boho oder industrial.

• Mit Holz und Naturmaterialien: Eine Ablage oder ein rustikaler Handtuchständer aus Holz oder Körbe für Wäsche und Utensilien sorgen für einen natürlichen Look.

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Goldene Fliesen von Dune

• Mit Gold: Gold bringt den gewissen Glamourfaktor in dein Bad. Es müssen ja nicht güldene Wasserhähne sein, aber vielleicht eine Seifenschale oder ein Zahnbecher mit goldenen Punkten.

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Schon ein kleiner, lackierter Metallhocker zaubert wohnliche Atmo ins Badezimmer. Vor allem, wenn dann noch schöne Accessoires drauf stehen. Foto: Pipstudio

• Mit Kleinmöbeln: Vor allem solche Möbel, die man nicht in einem Badezimmer erwartet, lassen es direkt gemütlicher erscheinen. Vielleicht hast du ja Platz für einen schönen Stuhl, ein kleines Tischchen oder eine Schubladenkommode?

• Mit Raumdüften und Kerzen: Es gibt tolle Raumdüfte (ich stehe sehr auf die vom Body Shop), die sehr frisch und unchemisch riechen und beim frühen Aufstehen zärtlich flüstern: Hallo wach! Wer gerne badet, ist gut bedient mit einer (Duft)kerze.

 

 

• Mit Tapeten: Es gibt spezielle Produkte für Feuchträume und eine unendlich große Auswahl davon. Ein Beispiel siehst du auf dem Foto unten. Das Muster der Tapete wird vom Duschvorhang aufgefangen (beides von junique).

• Mit Pflanzen: Wenn dein Bad ein Fenster hat, durch das Tageslicht hineinfällt, schätze dich glücklich! Dann kannst du Zimmerpflanzen aufstellen, je nach Platz mehrere kleine oder auch eine große Statementpflanze, zum Beispiel einen schönen Farn.

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Wer keinen Dschungel vorm Badezimmerfenster hat, kann sich mit Zimmerpflanzen ein bisschen Natur ins Haus holen. Foto: Pipstudio

• Mit einem Teppich: Das steht hier vor allem zur Erinnerung an mich selbst, dass das mein DIY-Winterprojekt werden soll: ein selbstgehäkelter Baumwollteppich fürs Bad. Sieht bestimmt auch in deinem gut aus, abgestimmt auf den Rest des Raumes.

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Bad in Schwarzweiß. Foto: H & M

• Mit Farben: Nur Mut, Farben geben dem Raum Charakter. Weil meistens nur wenig freie (ungeflieste) Wandfläche zur Verfügung steht, gilt im Bad das Motto „Klotzen statt kleckern“. Es gibt so tolle kräftige Farbtöne, etwa ein tiefes Petrol oder ein knalliges Rot … Arrangiere zu deiner Akzentfarbe dann noch ein paar Accessoires in der gleichen Farbe dazu, und fertig ist dein individuelles, cooles Badezimmer. Aber es geht natürlich auch puristisch mit Weiß, Grau und Sandtönen. Apropos: Falls du nach Bochum kommst, schau mal in der „Kulturtasche“ vorbei. Da findest du ausgesuchte, sehr besondere Sachen fürs Bad. Hier geht’s zum Blogbeitrag über diesen Lieblingsladen.

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• Mit Konsequenz und Fantasie: Überlege dir irgendein Thema und zieh es konsequent durch! Also zum Beispiel „Grün“. Dann kannst du Wände und Accessoires in der Farbe gestalten, ein einheitlicher Farbcode macht das Bad gleich harmonischer. Oder du nimmst einen bestimmten Stil, etwa „industrial“, dann such dir abgemackte Metalllampen und unbehandelte Holzaccessoires, oder „marokkanisch“, dann arbeite mit orangefarbenen Klebefliesen und Mosaikmustern oder oder oder. Es gibt soooo viele Möglichkeiten, fang einfach an!

Wenn du noch mehr Inspiration brauchst, kann ich dir das eingangs erwähnte Buch „Baden Baden“, aus dem viele Fotos in diesem Blogbeitrag sind (dafür besten Dank an den Gestalten Verlag!), wirklich nur empfehlen! Vielleicht ist es ja ein schönes Weihnachtsgeschenk* …

Hast du Erfahrungen mit Badrenovierungen und/oder noch weitere gute Beispiele oder Tipps auf Lager? Dann freue ich mich darüber in den Kommentaren!

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Ein bisschen Zen-Atmosphäre auf dem Gästeklo!

*affiliate link, d.h. falls du das Produkt bei amazon kaufst, bekomme ich eine fette Provision und ziehe demnächst in die Karibik. Quatsch, in Wirklichkeit bekomme ich einen kleinen Cent-Betrag und freu mich wie Bolle darüber, weil doch einiges an Arbeit in so einem Blogpost steckt und ich sonst mit living.ruhr nullkommanix verdiene.

 

7 Kommentare

  1. Pingback: LIVING.RUHR » Zu Besuch bei: Petra – Altbauwohnung mit Charme

  2. Barbara sagt

    Hallo Bettina, wir haben auch ein winziges Badezimmer! Die Wände haben wir in Tadelakt-Technik in Dunkelgrau machen lassen, das sieht richtig edel aus. Liebe Grüße!

    • Bettina sagt

      Oh, danke für den Tipp, liebe Barbara! Das ist eine gute Alternative zu Fliesen, finde ich. Und gerade im Bad sehen dunkle Wände wirklich sehr elegant aus. Herzliche Grüße, Bettina

  3. Steffi sagt

    Liebe Bettina, danke! Die Klebefliesen sind ja toll, habe direkt welche bestellt, allerdings für die Küche 😉
    LG Steffi

    • Bettina sagt

      Super, liebe Steffi! Ich freu mich, wenn der Artikel dich inspiriert hat, auch für die Küche! Über Küchen will ich demnächst auch mal einen Blogpost schreiben, da recherchiere ich noch. Herzliche Grüße, Bettina

  4. Sabine Holland sagt

    Super, das kommt für mich gerade zur richtigen Zeit. Wir ziehen in zwei Monaten um und das Bad in der neuen Wohnung ist echt hässlich, aber jetzt habe ich ein paar gute Ideen. Danke für die Tipps! Liebe Grüße, Sabine

    • Bettina sagt

      Das freut mich, liebe Sabine, genau das soll der Artikel ja auch sein: Inspiration! Ich bin überzeugt, dass man auch aus dem hässlichsten Bad was machen kann … Herzliche Grüße, Bettina

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