Ruhr-Blogger*innen-Parade
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Ruhr-Blogger*innen-Parade: Fräuleins wunderbare Welt

Die Ruhr-Blogger*innen-Parade continues: Es muss nicht immer Lifestyle sein. Frauke aus Dortmund bloggt offen und ehrlich über ihre Depressionen, was ich wirklich bewundernswert finde. Aber ihr Leben besteht nicht nur daraus, sie verreist auch gerne, bastelt und ist viel mit ihrem Hund unterwegs.fraeuleinswunderbarewelt logo

9 Fragen an Frauke von „Fräuleins wunderbare Welt“

Worum geht es in deinem Blog, worüber schreibst du?

Mein Blog heißt „Fräuleins wunderbare Welt“. Dort dreht sich alles um mich und meinen Alltag. Ich nehme euch mit zu Wanderungen, koche mit euch, erzähle euch etwas über meine Depression und welchen Einfluss sie auf mein Leben hat, zeige euch Bilder meines letzten Zelturlaubes, gebe euch Einblicke in mein Leben als erwachsene Zwillingsschwester einer Frau mit Behinderung, zeige euch meine kfrauleins-wunderbare-welt-1reativen DIY-Ergebnisse und lasse manchmal auch Wut ab. Ein wichtiger Bestandteil ist auch mein Hund Mina, die seit 3,5 Jahren in meiner kleinen Welt lebt. Im Frühling 2017 habe ich meinen gleichnamigen Online-Shop eröffnet, in dem ich selbstgestaltete Postkarten, Ich-darf-Karten, Drucke, Stifte und nun sogar einen Kalender anbiete. Hierbei ist es mir wichtig, dass sie alle irgendwie helfen, den Alltag zu verschönern. Manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal sehr direkt. Einige sind auch als Hilfsmittel gedacht, auf sich selbst und seine Bedürfnisse und Wünsche zu achten und diese ernst zu nehmen. Egal, ob Blog oder Shop, bei allem spürt ihr, dass ich es aus vollem Herzen mache und hierbei sehr authentisch bin!

Seit wann gibt es deinen Blog?

Ich habe im Oktober 2013 mit dem Bloggen angefangen. Damals war das alles Neuland für mich und ich habe mich nach und nach herangetastet. Zu der Zeit war ich wegen meiner Depression krankgeschrieben und wollte über das Bloggen mein Augenmerk auf die schönen Begebenheiten meines Lebens richten. Damals hatte ich große Probleme damit, die Schönheit des Lebens wahrzunehmen und zu spüren. Trotzdem oder gerade deswegen habe ich viele Wanderungen und Ausflüge unternommen und diese hinterher in einem Blogpost verarbeitet. So konnte ich mir selbst vor Augen führen, wie lebenswert mein Leben ist und welche Fortschritte ich bereits gemacht habe. Die Depression wurde nach und nach nämlich auch ein wichtiges Thema auf „Fräuleins wunderbarer Welt“. Das Schreiben hat mir sehr geholfen meine Krankheit zu verstehen, sie besser wahrzunehmen und mich selbst zu reflektieren. Außerdem kam ich mit anderen Betroffenen in Kontakt, was mir gezeigt hat, dass ich nicht alleine bin, und so konnte ich immer wieder neuen Mut fassen, auch wenn mich die Depression in ein Tief gezogen hatte. Die Auswirkungen meiner Depression spüre ich bis heute, auch wenn ich kein aktuelles Tief habe. Doch das Bloggen hilft mir, mein Verhalten und meine Wahrnehmung zu hinterfragen und natürlich nach wie vor meine Fortschritte schriftlich festzuhalten, was es für mich sehr viel greifbarer macht.
Gerade in der damaligen Anfangszeit war ich sehr dankbar, dass ich über das Bloggen in Kontakt mit neuen Menschen kam (völlig unabhängig davon, ob sie selbst auch eine Erkrankung haben oder nicht!) und so haben sich über die Jahre sehr wertvolle Freundschaften für mich entwickelt.

Wo bzw. wie findest du neue Blogthemen, was inspiriert dich?

Die kommen meist zu mir Wenn mich etwas beschäftigt, schreibe ich darüber. Manchmal erreichen mich auch Fragen, die ich dann aufgreife und in einem oder mehreren Blogposts beantworte. So ist z. B. auch meine Reihe „Was heißt Depression für mich?“ entstanden: eine Freundin verstand nicht, was gerade mit mir los ist und so stellte sie mir ihre Fragen, die ich dann (mit ihrem Einverständnis) öffentlich beantwortete.

Hast du einen aktuellen Lieblingspost auf deinem Blog?

Oh ja Vor kurzem war ich mit zwei Freundinnen für einen Tag in Katwijk aan Zee am Meer. Bewusst ließ ich meine Digitalkamera zu Hause und hatte stattdessen die analoge Kamera meines vor 19 Jahren verstorbenen Opas eingepackt. Die damit entstandenen Fotos spiegeln die fröhlichen Emotionen des tollen Tages sehr einmalig wieder!

Was liebst du am Bloggen, was nervt?

Ich liebe es mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, mich von ihnen und ihren Blogs inspirieren zu lassen, aber auch Feedback von ihnen zu bekommen. Bereits einige Zeit nach dem Start meines Blogs kam ich in Kontakt zu einer älteren Dame, die selbst keinen Blog betreibt, aber sehr kreativ ist und so entwickelte sich ein steter Emailaustausch, der bis heute anhält!

Genervt bin ich leicht von allen rechtlichen Themen, die ein Blog mit sich bringt. Da gibt es so viele Fallstricke, weswegen man leicht abgemahnt werden kann. Außerdem habe ich Schwierigkeiten, sobald es um technische Dinge geht. Da behelfe ich mich zwar mit den zahlreichen Anleitungen im Internet, aber Spaß macht mir das nicht …

Was machst du, wenn du nicht bloggst?

Neben meinem Blog und meinem Shop habe ich noch einen ganz normalen Bürojob. Meine Hobbys sind fester Bestandteil meines Blogs: Hund, Fotografie, Wandern, Camping, Kochen, DIY, etc. Ich bin sehr gerne draußen und am allerliebsten im Wald.

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Für eine schwangere Freundin hat Frauke eine Mutterpasshülle genäht.

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Auch die Anleitung zu dieser Krabbeldecke gibt’s auf Fraukes Blog!

Wie wohnst du so? Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Ich habe eine kleine Stadtwohnung in Dortmund. Hier wohne ich schon einige Jahre und sehne mich mittlerweile nach einer Wohnung im Grünen, möglichst waldnah. Bis ich etwas Passendes gefunden habe, genieße ich die Zeit auf meinem Balkon und richte ihn mir als Wohlfühloase ein. Meine Möbel reichen von Erbstücken über Flohmarktfunde bis hin zu den typischen Dingen vom schwedischen Möbelhaus. Bei mir findet ihr keine Schubladen und nur wenige geschlossene Schränke. Am liebsten habe ich Regale. Kleinigkeiten bewahre ich hier in Pappschachteln auf. Meine Wohnung ist sehr hell und ich gestalte sie alle paar Monate mal um.

Welche ist deine Lieblingsecke bei dir zu Hause?

Meine Lieblingsecke ist wirklich auf meinem Balkon! Im Sommer sowieso, aber auch im Frühling oder Herbst sitze ich dort sehr gerne und lasse mir die Sonne auf die Nase scheinen. Da er überdacht ist, kann ich hier auch bei Regen sitzen, ohne nass zu werden. Auf meinem Balkon leben übrigens auch meine zwei Meerschweine, und von meinem Sitzplatz aus kann ich sie sehr gut beobachten. An kälteren Tagen hole ich mir ein altes Schafsfell heraus und mümmel mich in eine Decke ein. Mein Hund Mina hat auf dem Boden ein Kissen liegen und legt sich dort sehr gerne hin. Sie ist genauso gerne draußen wie ich!

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Der Balkon als Oase: Fraukes Lieblingsecke

Warum wohnst du im Ruhrgebiet? Was gefällt dir besonders?

Ich mag die Mischung hier. Das Urbane, die Industriekultur, gepaart mit der der vielfältigen Natur. Die Kanäle, die Halden, die Wälder und Felder. Früher war ich sehr gerne in Städten. Das hat sich in den letzten Jahre sehr stark geändert. Nun liebe ich es einsamer, möglichst mit wenigen Menschen. Im Ruhrgebiet gibt es so schöne Ecken, von denen ich noch lange nicht alle kenne. Und eigentlich sind sehr schnell erreichbar, wenn nicht gerade mal wieder alle Straßen mit Autos vollgestopft sind 😉 Außerdem liebe ich gemischte Tüten vom Kiosk, die es in dieser Form auch nur hier im Ruhrgebiet gibt! Es gibt im Alltag fast nichts Schöneres, als nach Feierabend mit einer gemischten Tüte am Kanal zu sitzen und die Seele baumeln zu lassen!

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Einfach mal die Seele baumeln lassen. Geht am Kanal genauso wie im Urlaub!

Danke, liebe Frauke, dass du bei der Ruhr-Blogger*innen-Parade mitmachst und uns so offen und ehrlich über deinen Blog erzählst!

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