Ruhr-Blogger*innen-Parade
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Ruhr-Blogger*innen-Parade: „Laubenhausmädchen“ – ein Garten mitten in der Stadt

Bevor die letzten Blätter von den Bäumen fallen, stelle ich euch in der Ruhr-Blogger*innen-Parade noch eben Franziska und ihren Blog „Laubenhausmädchen“ vor. Die Bochumerin erzählt uns Geschichten – sowohl aus ihren heimischen Schrebergarten wie auch von ihren Reisen durch die Weltgeschichte.

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10 Fragen an Franziska von „Laubenhausmädchen“

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Franziska Baumgärtner, Garten-Bloggerin aus Bochum (Foto: Sven Neidig)

Worum geht es in deinem Blog, worüber schreibst du?

Ich schreibe übers Gärtnern in unserem Bochumer Schrebergarten und sammele aber auch Rezepte auf meinem Blog. Oft spielt in den Rezepten mindestens eine Zutat die Hauptrolle, die wir im Garten geerntet haben, oder ich verbinde damit andere Dinge, die mich interessieren oder die mir wichtig sind – vielleicht ist es die Gelegenheit, ein Kochbuch zu erwähnen, das mich aktuell inspiriert, oder es geht um Urlaubsziele und andere Erinnerungen oder Erlebnisse, die ich mit einem bestimmten Essen verbinde. Dann gibt es noch die Rubrik „Und anderswo“, in der ich meine Leser gelegentlich auf Ausflüge mitnehme.

Seit wann gibt es deinen Blog?

Seit Februar 2015. Gestartet bin ich mit einem Beutelchen Tomatensamen und dieser fixen Idee, dass ich das jetzt einfach mal machen will – und mit viel Unterstützung von lieben Menschen, die alle fanden, dass ich das auch tatsächlich tun sollte.

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Wo bzw. wie findest du neue Blogthemen, was inspiriert dich?

Der Garten ist natürlich eine große Inspriationsquelle – was tun wir da, was wächst da, wie verändert er sich im Laufe der Jahreszeiten? Garten- und Kochzeitschriften und Kochbücher sind auch immer sehr schön. Oder manchmal fragt mich jemand, wie er dies oder jenes bei sich im Garten oder auf dem Balkon tun sollte, und das ist für mich dann der Anstoß, daraus eine kleine Geschichte zu machen. Sowas wie Tomatenpflanzen pflegen oder Sommerblumen aussäen zum Beispiel. Manchmal kommen mir die Ideen tatsächlich auch bei der Arbeit oder wenn ich unterwges bin. Und natürlich folge ich auch anderen Blogs und finde dort Sachen, die ich dann so oder so ähnlich auch mal ausprobieren will.

Hast du einen aktuellen Lieblingspost auf deinem Blog?

Mein aktueller Lieblingspost ist tatsächlich immer noch dieser hier: Ich war dieses Jahr mit meinem Freund und einer lieben Freundin von uns zum ersten (und ich hoffe nicht zum letzten) Mal in Liverpool, das war eine sehr besondere Fahrt: ein Geschenk für mich selbst zum runden Geburtstag, das mir sehr viel bedeutet (hat) – warum, erfährt man glaube ich, wenn man die Geschichte liest. Ich bin einfach ein Beatlesmädchen, seit ich klein war und zu Hause Papas alte Platten abspielen durfte, deshalb ist das auf eine Art sicher der bislang persönlichste Post auf dem Blog. Abgesehen davon ist Liverpool mir einfach sehr ans Herz gewachsen und eine wunderbare, sehr spannende Stadt, ich müsste noch viel mehr davon erzählen! (Die Freundin hat dort studiert und gearbeitet und geht quasi als „local“ durch, ihre Begeisterung war absolut ansteckend.)

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Zurzeit steht aber auch dieser Post bei mir ganz oben: Ich habe dieses Jahr meine erste Blogparade gestartet und das ist der zentrale Post dazu, in dem ich alle Rezepte von anderen Bloggern verlinke, die mich erreichen. Und ich bin echt immer noch total geplättet, was da schon alles zusammengekommen ist und was für tolle Ideen die anderen bis jetzt hatten. Das macht echt Spaß!

Laubenhausmädchen Blogparade

Was liebst du am Bloggen, was nervt?

Dass ich einen Ort habe, an dem ich schreiben und kreativ sein kann, liebe ich sehr. Für den Blog zu fotografieren, finde ich auch toll. Der Austausch ist mir sehr wichtig, die lieben Grüße und netten Kommentare auf Instragram oder Facebook zum Beispiel. Von anderen inspiriert zu werden und dadurch selbst auf neue Ideen zu kommen, macht mir Spaß. Richtig großartig finde ich, dass ich durchs Bloggen in den letzten zweieinhalb Jahren so viele nette Leute kennengelernt habe, von denen manche sogar zu Freunden geworden sind. Das hatte ich so nicht erwartet, muss ich sagen, aber das ist einfach richtig schön!
Was mich am meisten nervt? Dass ich eigentlich nie genug Zeit habe für den Blog. Die eine oder andere Idee steht auf der Liste, seit ich damit angefangen habe, und umgesetzt habe ich sie trotzdem noch lange nicht. Das ist ein bisschen irre! Und das zweite ist – ich bin an sich nicht so der besonders technikaffine Mensch, und wenn dann irgendwas mal nicht direkt so klappt, wie ich mir das vorstelle, kann ich schnell die Geduld verlieren. Und das ist dann anstrengend.

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Franziska mag’s britisch: Tea and Scones

Was machst du, wenn du nicht bloggst?

Wenn ich nicht blogge, bin ich im Garten! Oder beim Yoga. Ein Tag in der Woche ist sehr häufig für das gemeinsame Kochen mit Freunden reserviert. Manchmal ist auch exzessives Serien-Glotzen angesagt. Lesen! Ich kann allerdings auch Stunden damit verbringen, im Netz nach Rezepten zu suchen oder Instagram nach den schönsten Bildern zu durchforsten. Ab und zu bin ich am Wochenende unterwegs und besuche meine Familie oder Freunde, die anderswo leben. Und arbeiten tu‘ ich auch noch, und zwar als Redakteurin und Texterin bei einem Versandhandel. Dafür pendele ich von Bochum nach Waltrop – und stehe mit dem Auto häufiger mal auf der A40 rum. Wie man das halt so macht, wenn man im Ruhrgebiet lebt!

Wie wohnst du so? Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Hm, ich würde sagen: schwedisch-praktisch-gut trifft es am besten. Bücher sind bei uns glaube ich der Haupt-Einrichtungsgegenstand, die lagern auch zweireihig im Vorratsregal (das im Wohnzimmer steht). Mein Lieblingsmöbel ist ein altes Sideboard aus den 1950er oder 1960er Jahren, das ich von meinen Großeltern quasi geerbt habe, als ich von zu Hause ausgezogen bin. Ich habe es damals gelb angestrichen – zum Glück mag ich die Farbe heute noch!

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Welche ist deine Lieblingsecke bei dir zu Hause?

Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten … Ich mag zum Beispiel, dass ich direkt den Blick in die Küche habe, wenn ich zur Wohnungstür reinkomme, das ist ein schöner Willkommensgruß. Passenderweise steht das Regal mit den Kochbüchern inzwischen im Flur. In jedem Zimmer sind kleine Erinnerungen an schöne Momente verteilt, Urlaubsfotos, Postkarten, andere kleine Dinge … Das finde ich auch sehr schön, weil es immer wieder kleine gedankliche Fluchten im Alltag ermöglicht.

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Warum wohnst du im Ruhrgebiet? Was gefällt dir besonders?

Eigentlich bin ich eher durch Zufall ins Ruhrgebiet gekommen. Ich bin im Weserbergland aufgewachsen, und zum Studium hat es mich dann erstmal für einige Jahre nach Franken verschlagen. Dort wäre ich sehr gerne geblieben und behaupte auch heute noch von mir, dass ich eigentlich ja Wahlfränkin aus Leidenschaft bin. Einmal Bambergerin, immer Bambergerin! Aber der Job, den ich damals fand, war nun mal hier im Ruhrgebiet, und so habe ich eben meine sieben Sachen zusammengerafft. Das war 2003, und inzwischen kann ich mir fast nicht mehr vorstellen, woanders zu sein. Bochum ist eine sehr lebenswerte Stadt! Was ich besonders mag ist diese Mischung aus Urbanität und Dorf, ich weiß gar nicht, wie man das besser beschreiben soll – auf der einen Seite dieser riesige Ballungsraum mit all seinen Möglichkeiten und seinem Kulturangebot und den vielen guten Leuten, die einfach mal machen und großartige Sachen schaffen, und auf der anderen Seite mein Stadtteil, wo es die schönen Geschäfte gibt und die Besitzer der Pizzabude gegenüber mich inzwischen grüßen, wenn sie mich sehen, weil sie wissen, dass ich ab und zu sonntags vorbeikomme und eine Pizza zum Mitnehmen bestelle. (Pizzeria Teatro – falls die jemand kennt?) Und wir haben das Fräulein Coffea um die Ecke – da geht mir echt das Herz auf! Wer so ein Café in der Nachbarschaft hat, hat’s echt gut. Ah, und was ich auch mag? Zum Beispiel, dass ich ohne viel Umstand auch spontan ins Theater und ins Konzerthaus gehen kann und die Tickets bezahlbar sind, und trotzdem sind das dann echt weltklasse Aufführungen. In dieser Hinsicht muss sich das Ruhrgebiet sicherlich vor keiner anderen Stadt in Deutschland verstecken. (Oder hänge ich mich da jetzt aus Überzeugung ein bisschen weit aus dem Fenster? Egal: isso!)

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Letztens war Franziska in Portugal. Auf dem Markt in Porto hat sie viele schöne Fotos gemacht, die sie auf ihrem Blog vorstellt.

10. Welchen anderen Blogs folgst du, hast du Tipps für uns?

Also, zum Beispiel – das ist natürlich jetzt eine total unvollständige Liste!:

Für Rezepte und Koch-Inspiration:
Nikes Herz tanzt
Ye Olde Kitchen
Sweet Phi Blog – Phis Five Ingredient Fridays sind eine super Idee!

Für den Garten:
Hauptstadtgarten
Beetschwestern
Gartenfräulein

Und weil Berits Fotos und ihre Foto-Tipps großartig sind:
Marmeladekisses

Liebe Franziska, danke, dass du bei der Ruhr-Blogger*innen-Parade dabei bist!

2 Kommentare

  1. Bettina sagt

    Danke, liebe Susanne, das höre ich natürlich gerne :-). Dir noch einen schönen, muckeligen Restfeiertag! Herzliche Grüße, Bettina

  2. Liebe Bettina, für einen Moment am Feiertag gemütlich auf dem Sofa, E Mails checken, und schon erreicht mich wieder ein schöner herzlicher Bericht von Dir.

    Ich mag deine Erzählungen/ Bilder/Berichte, Lebensgeschichten, genau so, wie du es machst ( Ich weiß es heißt Blog oder Blog Post)
    Informativer und herzlicher Text, schöne Bilder, Berichte über sympahtische Menschen, absolut authentisch.
    Auch heute möchte ich das Laubenhausmädchen am Liebsten direkt kennenlernen.

    Freue mich auf weitere Beiträge,

    Bis bald

    LG Susanne

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