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Tapeten: Tipps und Trends

Battered Wall/Rebel Walls

(Rebel Walls)

ROLLENSPIELE

Wohin man in diesen Tagen auch schaut, überall kleben welche: Tapeten. Nach dem Aussterben der Raufaser wurde zunächst eifrig geschwämmelt, gewischt und gestrichen, bis die Muster- und Fototapete vor ein paar Jahren die Tapete ihre fröhliche Auferstehung feierte. Ich habe mich umgeschaut und präsentiere euch hier Beispiele für die Trends, die mir persönlich am besten gefallen (die anderen lasse ich einfach weg). Obendrauf gibt’s am Ende noch eine Anleitung zum richtigen Kleben und Links zu den vorgestellten Tapetenherstellern bzw. -händlern.

 

Erst denken, dann kleben
Ich starte mal mit einer Zusammenfassung der gängigen Tipps zur Auswahl der richtigen Tapete:
• Der Raum wirkt höher mit senkrecht gestreifter/gemusterter Tapete, die möglichst bis unter die helle Decke geht.
• Der Raum wirkt niedriger mit Querstreifen bzw. waagerechten Mustern, die nicht bis zur in dunklen Tönen gestrichenen Decke gehen.
• Der Raum wirkt größer, wenn man helle, einfarbige oder kleingemusterte Tapeten nimmt oder auch dezente Karomuster bzw. Glanzeffekte. Wenn großgemustert, dann nur auf einer Wand.
• Der Raum wirkt kleiner mit starken Farben, großen Mustern und diagonalen Designs.

Trend 1: Size matters
Das habe ich jetzt mit Absicht so kurz gefasst, weil ich eigentlich finde, dass man diese Tipps genauso gut über den Haufen werfen kann. Denn sie setzen voraus, dass man den Raum eigentlich für zu hoch, niedrig, groß, klein oder sonstwie falsch hält. Sollte man nicht lieber sagen: dieser Raum ist so, wie er ist, total okay, punkt? Und ich mach mir die Wand, widewide wie sie mir gefällt? Und schon ist es egal, ob das Zimmer hoch, niedrig, klein oder groß ist. Wieso soll ich aus einem 16-Quadratmeter-Wohnzimmer einen optischen Tanzsaal machen? Was ist an 16 Quadratmetern falsch? Oder an einer niedrigen Decke? Kann doch ganz gemütlich sein! Wenn ich einen winzigen Flur habe, soll ich den optisch mit kleinen, pastelligen Mustern vergrößern? Nö, wieso denn eigentlich? Genauso gut kann ich rundum ein bonbonfarbenes Riesenmotiv kleben und das schön finden. Nur Mut! Hier ein paar wandfüllende Beispiele aus der Abteilung „Klotzen, nicht kleckern“.

Virgin Mary Rebel Walls

Ach du Heilige! Virgin Mary höchstpersönlich! (Rebel Walls)

Cloud Puff Rebel Walls

Himmlische Träume über den Wolken … (Rebel Walls)

Pip SeizeTheDay

Gib der schlechten Laune keine Chance: Zeit für Frühlingsgefühle (Pip Studio)

junique

Home Beach: mein Favorit fürs Badezimmer (Juniqe)

 

Trend 2: Blau und Grün
Es geht natürlich auch dezenter. Je nach Böden und Möblierung empfiehlt sich vielleicht die Beschränkung auf eine Hauptfarbe in der Tapete, zum Beispiel Blau oder Grün. Naja, so richtig dezent ist das eigentlich auch nicht, oder?

Farrow & Ball Frühjahr 2016

Zeitlose Eleganz! (Farrow & Ball)

AS Creation Rising_Fluid

Lavalampe goes hellblaue Tapete (AS Creation)

Oni Tapeten der 70er

Retro-Charme: Türkisblau, schick mit dem gelben Sessel davor, oder? (Tapeten der 70er)

Farrow & Ball Frühjahr 2016

Blau ist schön, Grün ist schön: zusammen der Hit! (Farrow & Ball)

Exotic damier Wall & Deco

Wer will da noch ins Dschungelcamp? (Wall & Deco)

Farrow & Ball Frühjahr 2016

Nehmt euch gerne ein Beispiel an dieser Tapete, aber lasst nie Möhren auf der Heizung liegen! (Farrow & Ball)

 

Trend 3: Geometrische Muster
Kreise, Rauten, Dreiecke … man muss in Mathe nicht aufgepasst haben, um Spaß an geometrischen Mustern zu haben. Hier meine Favoriten:

AS Creation

Hingucker: Kreise und Punkte (AS Creation)

Ferm Living1

Passt zum Scandi Trend (Ferm Living)

Junique

Zickezacke zickezacke hoi hoi hoi! (Juniqe)

Striped Stripe Rebel Walls

Wer sich nicht für eine Farbe entscheiden kann … (Rebel Walls)

junique

… nimmt einfach alle (Juniqe)

AS Creation

Alles andere als kleinkariert (AS Creation)

Ferm Living Wallpaper

Rautentapete in zartem Mint (Ferm Living)

 

Trend 4: Blumen
Nach so viel Geometrie ab in die Botanik! Blümchentapeten hatten früher eher ein altjüngferliches Image, aber mittlerweile soll es ja sogar Männer geben, die es floral mögen! Ich zeig euch mal, wie vielfältig man mit Blüten, Blättern und Stängeln gestalten kann – von dezent bis catchy:

AS Creation

Die Tapete ist nicht besonders auffällig, aber der Hund ist goldig, oder? (AS Creation)

Climbing Clorofyl Rebel Walls

Täuschend echt: ideale Lösung für alle, die einen braunen Daumen haben (Rebel Walls)

Harlekin Roses Rebel Walls

Spektral-Floral: Harlekin Roses (Rebel Walls)

AS Creation

Wer früher gerne mit dem Spirographen gezeichnet hat, wird diese Tapete lieben! (AS Creation)

Geometric Pattern Rebel Walls

Florales Kaleidoskop (Rebel Walls)

Tapeten der 70er Osiris

Farbenfrohes Vintage-Flair (Tapeten der 70er)

Pip Studio Botanical Paper

Eine Tapete wie ein Bio-Buch: Vögel und Blümchen (Pip Studio)

 

Trend 5: Fake!
Viele Tapeten wollen etwas sein, was sie gar nicht sind, zum Beispiel Holz, Steine oder Kacheln (oder sogar abgeknibbelte Tapete wie ganz oben im Startbild). Und das so ungeniert und offensiv, dass mir das gefällt. Ein paar Beispiele:

AS Creation

Bunte Holzlattenoptik (AS Creation)

Elitis

Dekorative Zerrissenheit an der Wand (Elitis)

AS Creation

Bisschen shabby, bisschen Schieferoptik, passt in den Düstertrend (AS Creation)

 

Trend 6: Klassisch-elegant
Edel edel! Gerade mit Vintage-Möbeln kombiniert sind klassische Tapetenmuster der Hit, finde ich. Die Mischung aus abgerockt und elegant gibt diesen traditionellen Wandverkleidungen den entscheidenden Twist.

Farrow & Ball Frühjahr 2016

In dieser Farbgebung wirkt die Tapete gleich viel edler als oben in Grüntönen (mit den Möhren auf der Heizung) (Farrow & Ball)

junique

My home is my castle. Mit diesem Muster erst recht! (Juniqe)

AS Creation

Dunkellila, purpur, zyklamfarben – irgendwo dazwischen liegt dieser wunderschöne Farbton (AS Creation)

Elitis

Für die glamourösen Momente im Leben: goldene Strukturtapete (Elitis)

Elitis

Vasen kann man ja nicht genug haben! (Elitis)

 

Trend 7: Black and White
Nach so viel Farbe tut ein bisschen Schwarz auf Weiß einfach nur gut. Klarer kann eine Farbstellung nicht sein.

Surface Dots Rebel Walls

So ungefähr sehen meine Telefonkritzeleien aus. Nur nicht so schön. Und nicht so groß. (Rebel Walls)

AS Creation

Schwarzweiß mit Knalleffekt (AS Creation)

Colour Rain Rebel Walls

Sicher nichts für Perfektionisten: Colour Rain (Rebel Walls)

 

Trend 8: Power of Colour
Puh, ich gebe zu, der Artikel ist echt lang. Zum Abschluss (versprochen!) zeige ich euch noch zwei richtig bunte, vielleicht schon kitschige Tapeten.

Pip Studio

Think pink: Mit dieser Tapete im Schlafzimmer verschläft man nie wieder! (Pip Studio)

Pip Geomatric_Lightblue_01

Also ich finde die Lampe einfach nur spitze! Kitschig? Ja? Okay, stimmt. Ist aber egal. (Pip Studio)

So, wer jetzt angefixt ist, bekommt nun erstens eine Anleitung zum Tapezieren und zweitens eine Linkliste zu den erwähnten Tapetenhändlern und -herstellern sowie zu Online-Händlern. Ich persönlich bin heilfroh, dass ich gerade keine Tapete aussuchen müsste, denn das würde mich unweigerlich in Entscheidungsnöte bringen. Und ihr? Welche Tapete ist euer Favorit?

KLEB DIR EINE – Step by step
Du brauchst: einen Tapeziertisch (entfällt bei Vliestapeten, denn da kommt der Kleister direkt auf die Wand). Man kann sich einen kaufen, im Baumarkt mieten oder bei Freunden ausleihen. Außerdem: eine Leiter, einen Eimer, Kleister, einen Quast, einen Zollstock, eine Wasserwaage, ein Tapeziermesser bzw. eine Schere, eine Tapezierbürste, einen Nahtroller.

> Bevor du loslegst, unbedingt den Rollenbedarf ausrechnen. Das geht so: Eine Standardrolle ist 10,05 Meter lang und 53 cm breit, reicht also für fünf Quadratmeter. Nun multiplizierst du den Raumumfang mit der Raumhöhe (Beispiel: das Zimmer ist 3 x 4 Meter groß, also 3+3+4+4 (=14), und 2,80 m hoch: 14 x 2,80 = 39,2). Die Zahl wird nun durch fünf geteilt (=7,84), und schwupps hat man die Anzahl der benötigten Rollen. Aber Achtung: Bei Foto- und Mustertapeten unbedingt den Versatz/Rapport mitberechnen (ist in der Regel auf der Rolle angegeben). Unbedingt großzügig rechnen!

• Der Untergrund sollte so sauber und glatt wie möglich sein. Also alte Tapetenreste fein säuberlich abkratzen, damit die neue ordentlich klebt und sich keine Unebenheiten durchdrücken.

• Dann wird gekleistert. Das Verhältnis Wasser – Kleister nach Packungsbeilage mischen, eventuell etwas ziehen lassen. Mit einem Quast kommt der Kleister entweder auf die Wand (Vliestapete) oder auf die Bahnrückseite (Papiertapete). Letztere werden nach dem Einweichen im Verhältnis 2/3 zu 1/3 zusammengefaltet (nicht geknickt!).

• Bei beiden Varianten setzt man die Tapete oben an und streicht sie mit einer Bürste gleichmäßig an der Wand hinunter. Bei der ersten Bahn unbedingt checken, dass sie wirklich senkrecht klebt, am besten mit einer langen Wasserwaage oder mit Schnur und Lot.

• Die weiteren Bahnen „auf Stoß“ daneben kleben, d.h. die Bahnen berühren sich, überlappen aber nicht. Zum Schluss die Kanten oben und unten sauber abschneiden, am besten mit Hilfe einer Metallschiene.

• Zurücktreten, sich lobend auf die Schulter klopfen und über den gelungenen Tapetenwechsel freuen!

Die Fotos in diesem Artikel wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
AS Creation
Elitis
Farrow & Ball
Ferm Living
Pip Studio
Rebel Walls
Tapeten der 70er
Juniqe
Wall & Decò

16 Kommentare

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    • Bettina sagt

      Danke, liebe Ulli! Wir haben gerade eine neue Tapete fürs Wohnzimmer ausgesucht, das war total schwierig … Liebe Grüße, Bettina

  2. Moni sagt

    Toller Beitrag!!! Große Freude beim anschauen!!! Ich hatte mit der Tapete von Sherlock geliebäugelt, als ich umgezogen bin, war mir dann aber zu heftig düster 😉 Spitzenbeitrag, schnell mal teilen!!!

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  6. Bettina sagt

    Genau! Deswegen trage ich auch immer nur Längsgestreiftes 😀
    Liebe Grüße, Bettina

  7. Geli Dreier sagt

    Bettina, als Stilberaterin kannst du bald bei mir anfangen! Klasse gemacht!

    • Bettina sagt

      Liebe Geli, danke, das weiß ich zu schätzen 🙂

  8. Martina Marquardt sagt

    Hach Bettina, was war das wieder schön Deinen Post zu lesen! Nun habe ich neue Inspirationen für die anstehende Renovierung und eine Tapete wird nun definitiv dabei sein. Unsere Gästetoilette wird bewaldet- das „Dschungelcamp“ finde ich irre! Du schreibst immer so lustig, über die Möhren muss ich jetzt noch lachen…

  9. Hans Bernd sagt

    Wieder ein sehr informativer Beitrag! Oeffnet mir gerade die Augen wieviele Gemeinsamkeiten es in der Mode und dem Interiordesign gibt. Korpulente Menschen sollten auch keine Querstreifen tragen und nicht jede Farbe passt zu jedem Menschen!

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