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#Wohnen wie’s im Buche steht: Wohnen in Grün

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GRÜNE WELLE

Moden kommen und gehen in Wellen. Das gilt nicht nur für Klamotten, Frisuren und Bärte, sondern auch für Zimmerpflanzen. Was gestern noch als spießig galt, ist heute cool. In den hippen Wohnungen wächst und sprießt es seit ein paar Jahren wieder: das Grüne im Topf.
Ob die Urban Jungle Bloggers diesen Trend aufgriffen oder ihn überhaupt erst begründeten? Egal, sie hatten jedenfalls das richtige Näschen und sind mittlerweile DIE Institution im Netz, wenn es um modernes Leben im Dickicht des häuslichen Dschungels geht. Jetzt haben Igor Josifovic und Judith de Graaff den Hype aus dem Netz geholt und zwischen Buchdeckel gepresst. „Wohnen in Grün“ heißt ihr analoges Werk, das im Callwey Verlag erschienen ist.

Doch das Buch ist mehr als ein papiergewordener Blog. Denn es gibt dem Thema viel Raum und fordert vom Leser: Zeit. Nix mit schnell hin- und her- und wieder wegklicken! Stattdessen großformatige Einblicke in die Domizile von Menschen, die sich ganz bewusst mit vielen Zimmerpflanzen umgeben. Die Fotos strahlen etwas aus, was im Netz eher selten anzutreffen ist: Ruhe. Aber nicht so eine langweilige, betuliche Ruhe, sondern eine im besten Sinne lebendige Ruhe. Also genau das, was Pflanzen zu so angenehmen Mitbewohnern macht: Sie beleben einen Raum, ohne schreiend auf sich aufmerksam zu machen oder zu dominant zu werden. Ihr merkt, ich bin voll angefixt von dem Thema, und wohl deshalb gesellen sich bei uns seit etwas über einem Jahr immer wieder neue zarte Pflänzchen hinzu.

Die Urban Jungle Bloggers starten jeden Monat einen Aufruf an interessierte Blogger, zu einem bestimmten Thema Pflanzen-Fotos zu machen. Zweimal hab ich auch schon mitgemacht, einmal mit Kitchen Greens und zuletzt mit Plant-Selfies. Hat Spaß gemacht!

Doch zurück zum Buch. Fünf Wohnungen werden – reich bebildert – vorgestellt. Die durchweg sympathischen Bewohner leben in unterschiedlichen Ländern, in unterschiedlichen Umgebungen und in unterschiedlichen Lebensformen. Gemeinsam ist ihnen die Liebe zu ihren Pflanzen und dass sie allesamt sehr lässig und entspannt rüberkommen. Also kein aufgeregter Deko-Hype, sondern nö, die Leute lieben halt Pflanzen, und deswegen stehen diese auch überall herum, Punkt. Mich würde wirklich interessieren, ob die Bewohner von Natur aus so entspannt sind oder erst, seit sie sich mit so vielen Pflanzen umgeben.

Wohnen in Grün living.ruhr

Im Indoor-Garten

Die Autoren picken in jeder Wohnung ein/zwei Pflanzen heraus und geben Styling- und Pflegetipps dazu. Dadurch ist „Wohnen in Grün“ nicht nur ein Bilderbuch, sondern auch ein nützliches Handbuch für den Umgang mit und die Pflege von Zimmerpflanzen. Ich zumindest hab einiges dabei gelernt! Zum Beispiel den Unterschied zwischen Kakteen und Sukkulenten, wie man Letztere vermehrt, dass manche Pflanzen ihre Wurzeln in die Luft strecken, dass Gummibäume dann und wann abgestaubt werden müssen, dass manche Pflanzen einen Sonnenbrand bekommen können und vieles mehr. Und Bastelanleitungen gibt es auch. Ich werde demnächst mal die für eine Blumenampel ausprobieren (ich hab da so ’ne Idee, wie ich der Ampel noch einen kleinen persönlichen Twist verpassen könnte). Das Ergebnis zeige ich euch dann hier im Blog.

Die gute Nachricht für alle mit braunem Daumen: Das Buch ist eure Rettung! Das grüne Paradies ist greifbar nah! Auch für euch gibt es passende Pflanzen! Welche, die man kaum gießen oder gar düngen muss! Am Ende hält das Buch ein paar „Pflanzen für Einsteiger“ bereit, also nur Mut! Einige wenige Shops für Pflanzenfans ergänzen den Serviceteil, aber da mag ich ehrlichgesagt kaum glauben, dass es in Deutschland nur vier erwähnenswerte gibt (und drei davon in Berlin sind). Wer Läden im Ruhrgebiet kennt, die besonders schöne Zimmerpflanzen bereithalten, möge sich bitte melden!

Wohnen in Grün living.ruhr

Und ihr so? Macht ihr den Trend mit? Oder pfeift ihr drauf, weil ihr eh schon immer – Mode hin oder her – die Wohung voller Pflanzen hattet? Oder gehören für euch (wie für mich lange Zeit) Pflanzen nach draußen und haben drinnen gar nichts verloren? Dann schreibt einen Kommentar, ich freu mich!

Herzlichen Dank an den Callwey Verlag für die tollen Fotos (Fotos: Lina Skukauske, Souraya Hassan)!

6 Kommentare

  1. Schöner Artikel. Also ich liebe meine Usambaraveilchen. In einer coolen Umgebung sehen die gar nicht so spießig aus wie bei Oma.

    • Bettina sagt

      Stimmt. Genau das sagt mein Mann auch immer! Liebe Grüße, Bettina

    • Bettina sagt

      Lieber Jürgen, danke, aber die Fotos wurden vom Callwey Verlag so zur Verfügung gestellt, ich will mich da auf keinen Fall mit fremden Federn schmücken 😉
      Herzlich, Bettina

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