Zu Besuch bei …
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Zu Besuch bei: Kirsten und Ingo

Kirsten und Ingo

Traumwohnung fürs echte Leben

Typisch Ruhrgebiet: Sieht von außen nach nix aus, aber wenn man sich drauf einlässt, tut sich hinter der schmucklosen Fassade eine spannende, moderne, freundliche und bunte Welt auf. „Mehr Sein als Schein“ gilt auch bei vielen Bauten in der Region, insbesondere Mehrfamilienhäusern. Zum Beispiel in Essen-Rellinghausen. Ich hätte nie gedacht, dass sich an dieser Straße, hinter dieser Fassade solch ein Kleinod befindet: die Wohnung von Kirsten und Ingo. Die beiden haben mich an einem düsteren Samstagnachmittag reingelassen.

Da hab ich wirklich nicht schlecht gestaunt, als ich durchs Treppenhaus (in schlimmem Grün gestrichene Holztreppe, Klinkersockel …) in diese Wohnung kam: helle Räume, hohe Decken, offener Grundriss. Ganz zu schweigen von der gelungenen Gestaltung. Hier wohnen Leute mit Geschmack, das sieht man sofort! Schon die Deckenlampe im Flur ist ein echter Hingucker – aber eigentlich ist der Flur gar keiner, sondern eine dunkelgrau gestrichene Nische, dort, wo früher der Flur war, als er noch alle seine Wände hatte. Die Deckenlampe ist übrigens eigentlich eine Wandlampe, heißt Josephine 5D und ist von Ligne Roset.

Blick in Flur und Wohnzimmer

Flurlampe von Ligne Roset

Dann ging’s erstmal in den wichtigsten Raum dieser Wohnung: die Küche. Sie ist riesig! Zum Glück! An den Tisch (von muuto) passen locker zehn Leute. Und doch ist er nicht wuchtig, sondern hat genau das richtige Ausmaß für den Raum und wirkt ganz leicht. Beine und Tischplatte sind aus unbehandelter, heller Eiche, das Gestell aus weißem Metall. Dazu passen super die weißen Elephant-Stühle von Kristalia, die nicht nur klasse aussehen, sondern dank ihrer schalenartigen Sitz echt bequem sind – sicher auch bei längeren Abenden in dieser schönen Küche. Ich wette, Kirsten und Ingo werden ihre Gäste schlecht wieder los … 😉

Küche von Kirsten und Ingo

Küche von Kirsten und Ingo

Küche von Kirsten und Ingo

Über dem Tisch hängt eine Riesenlampe, ein bisschen wie ein Kronleuchter, aber viel moderner, sie sieht aus wie ein flexibles, rundes Scherengitter. Auch sie hat perfekte Proportionen für den Raum: Eine größere Lampe wäre zu wuchtig, eine kleinere zu ipsig. Sie leuchtet die ganze Küche aus, ist aber nicht zu grell, sondern verbreitet ein warmes Licht und blendet nicht, wenn man am Tisch sitzt. Wahrscheinlich hat sie wegen dieser ganzen guten Eigenschaft auch schon den red dot award eingeheimst. Ach so, die Lampe heißt „Zoom“ und ist von serien.lighting. Wo man diese ganzen schönen Dinge aus Kirstens und Ingos Wohnung im Netz anschauen oder auch kaufen kann, steht übrigens unter diesem Artikel.

Die Küchenzeile mit Waschbecken, Herd und so weiter war schon in der Wohnung, als die beiden vor zwei Jahren hier einzogen. Sie ist weiß, schlicht und funktional, „tut nicht weh“, wie Kirsten sagt. Naja, ich finde sie eigentlich schon wesentlich schöner als „tut nicht weh“. Jedenfalls haben sie die Küche komplett vom Vorbesitzer übernommen. An der kurzen Wand stehen Geschirrschränke, Kühlschrank und Backofen. Ingo hat eigenhändig einen schwarzen Korpus drumrumgebaut, und jetzt wirkt alles schön aus einem Guss. Dass alles so perfekt passt, ist kein Wunder, denn schließlich hat Ingo mal Produktdesign studiert und verdient seine Brötchen als Grafik- und Screendesigner. Seine Freundin Kirsten ist zwar keine Designerin (sondern Pressesprecherin), hat aber ein mindestens genauso gutes Auge und Händchen für Interiors und Gestaltung.

Stillleben in der Küche

Apropos Auge, meins fällt immer wieder durch eine Glastür auf den Balkon, der jetzt im November naturgemäßg ein bisschen verwaist aussieht, aber in wärmeren Jahreszeiten sicherlich ein Knaller ist. Groß (ich schätze mal mindestens 25 Quadratmeter) und zur Hälfte überdacht, was bestimmt in warmer oder verregneter Sommernacht total lauschig und romantisch ist. Diese Terrasse war mit ausschlaggebend dafür, dass Kirsten und Ingo sich für diese Wohnung entschieden haben. Sie hatten vorher schon länger gesucht, phasenweise mal mehr, mal weniger intensiv, mal was angeschaut, aber dann och nee, doch nicht, und was die eine gut fand, fand der andere doof.
Irgendwann hieß es dann „Butter bei die Fische“, ein Konzept musste her, und so haben sich die zwei zusammengesetzt und überlegt, was grundsätzlich wichtig, also unverhandelbar ist und wo sie Kompromisse eingehen würden. Ergebnis: 1. alles soll großzügig und auf einer Ebene sein, 2. Terrasse oder Garten ist ein Muss und 3. eine große Küche unverzichtbar. Kurze Zeit später stießen die beiden auf diese Wohnung in Rellinghausen und waren sich ruckzuck einig: die isses!

Blick ins Wohnzimmer

Konzept ist hier ein gutes Stichwort, denn Kirsten und Ingo haben beim Einrichten nichts dem Zufall überlassen. Zuerst einmal haben sie sich bei jedem einzelnen Zimmer überlegt, welche Funktion es haben soll, welche Grundidee dahintersteht. Die Küche zum Beispiel sollte unbedingt eine Wohnküche sein, aber auch nicht zu gemütlich, sondern durchaus mit Werkstattcharakter. Also wurden die Wände farbig, aber nicht bunt gestrichen. Mit dem Pantone-Fächer in der Hand entschieden sie sich für ein helles Grau und und ein dunkles Dunkelblau. Ansonsten sind die Wände absolut schmucklos, kein Bild, keine Deko hängt daran. „Ich finde zum einen das Schattenspiel der Lampe auf der Wand so schön. Und mir gefällt, wenn man was hat, wo nix ist“, erklärt Kirsten das Küchenkonzept. Da hat sie echt recht! In Küchen steht, liegt und hängt ja meist so viel herum (zum Beispiel in unserer), da stiftet so eine klare, große, leere Fläche dem Auge mal angenehme Ruhe.

 

Überhaupt wechseln sich in dieser Wohnung die schlichten, zurückgenommenen Bereiche angenehm ab mit den farbigen, ja knalligen. Im Wohnzimmer zum Beispiel steht mit dem Conseta Sofa von Cor ein schwarzer Klassiker (rechteckig, praktisch, gut) gegenüber einem quietschbunten Kartell-Sessel, davor ein violetter Teppich, der übrigens ein Ikea-Spontankauf war und dessen Farbton sich exakt im Sessel-Muster wiederfindet. Neben diesem Polstermöbel stehen zwei Beistelltischchen von Ligne Roset.

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Billy-Regal

Und was ist das da? Eine Billy-Regal-Wand! Ha! Hab ich also recht gehabt in meinem Blogpost über das Haus von Uwe und Johannes, das Billy-Regal ist der moderne Klassiker schlechthin!

Kaminecke

Der Kamin in einer Ecke des Wohnzimmers verbreitet zwar Gemütlichkeit, aber keine Landhausatmo, denn darauf stehen Kirsten und Ingo überhaupt nicht. Im Gegenteil, besagte Landhausatmo haben die beiden der Wohnung erst einmal ausgetrieben. Da gab’s vorher viele Cremetöne, weiße Hussen, und das Bad war „ein Traum in Terracotta“, dem die neuen Besitzer erstmal mit konsequent anthrazitfarbenen Wänden, Kartell-componibili-Rundkommoden, neuen Lampen und Armaturen zu Leibe rückten.

Tischchen von Ligne Roset

Kirsten und Ingo im Spiegel

Zwei Fragen liegen ja immer in der Luft, wenn es um die Einrichtung einer gemeinsamen Wohnung geht: Wer bestimmt, was reinkommt und was nicht? Was, wenn die Geschmäcker zu verschieden sind (an dieser Stelle bitte jetzt alle an die Wagenradtisch-Szene in „Harry und Sally“ denken …)? Bei Kirsten und Ingo alles kein Problem, glücklicherweise. Die einzelnen Möbelstücke wurden über die Jahre gemeinsam ausgesucht. Beide haben im Dezember Geburtstag, und da das plus Weihnachten irgendwann geschenkemäßig doch recht unübersichtlich wurde, haben sie beschlossen, sich stattdessen jedes Jahr zusammen was für die Wohnung anzuschaffen. Super Idee, oder? So kann man sich auch mal ein Designerstück leisten, das man alleine nicht finanzieren könnte. Sympathischerweise ist die Wohnung von Kirsten und Ingo aber keine kalte Designerhölle, sondern eben ihr ganz persönlicher Mix aus ausgesuchten Möbeln, Ikea und Baumarkt. Wie ich finde, eine ausgesprochen gelungene Mischung!

Badezimmer

PS: Im nächsten Jahr wird die Terrasse komplett saniert: Der Boden kommt raus, die Terrasse wird trockengelegt. Und dann wird sie gestaltet. Und dann komme ich wieder bei Kirsten und Ingo vorbei. Und dann schreibe ich einen Blogpost darüber, denn ich will im nächsten Sommer unbedingt einen Die-schönsten-Balkone-und-Terrassen-im Ruhrgebiet-Artikel schreiben!

Kamin

Hier nun die versprochenen Links zu einigen Möbeln aus Kirstens und Ingos Wohnung:

Kartell componibili
Tisch von Muuto
Elephant Stühle von Kristalia
Zoom-Lampe von serien.lighting
Conseta Sofa von cor

8 Kommentare

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    • Bettina sagt

      Ja, die sind toll, find ich auch, vor allem die Deckenlampe im Flur 🙂

  3. Angelika Dreier sagt

    Eine sehr inspirierende Wohnung! Da nimmt man als Leser richtig viele Anregungen mit. Großes kompliment auch für die tollen Fotos, Bettina. Bin schon gespannt was in der nächsten Woche kommt!

    • Bettina sagt

      Danke für Blumen, liebe Angelika, ich freu mich 🙂

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